WP_20170820_14_33_08_Pro_LI©Bettina Peter

Ein paar liebenswerte Menschen aus meiner Gemeinde waren neulich auf einem seelsorgerlichen Seminar. Da ging es um wichtige Themen. Unter anderem darum,  seinen Eltern zu vergeben. So weit, so gut. Problematisch war das Ganze, weil dieses Vergeben noch innerhalb der nächsten dreißig Minuten stattfinden sollte.

Wenn es um Vergebung geht, gibt es in christlichen Kreisen viele Mythen und Einiges an falschen Denkansätzen. Es ist wahr, dass Unvergebenheit (Wortungetüm?) uns selber gefangen hält und wir in einer Opferhaltung verbleiben, verbittern und Verhaltensweisen einüben, die uns und die Menschen um uns herum verletzen. Vergebung ist immens wichtig, und Jesu Worte dazu sind klar. Vergebung setzt uns frei.

In der Seelsorge erlebe ich aber immer wieder dieselbe Situation: Da sitzt ein Mensch mit mir zusammen und erzählt entweder verbittert, oder unter Tränen oder auf eine sachliche, verkopfte Art und Weise davon, wie ein anderer Mensch ihn oder sie verletzt hat. Dann betont die Person, dass sie dem Menschen, der sie verletzt habe, ja bereits vergeben habe. Und zwar in der Seelsorge bei diesem einen Pastor oder dieser speziellen Seelorgerin. Offensichtlich ist jedoch, dass alle Gefühle und Verhaltensweisen der Person, mit der ich da zusammen sitze, dafür sprechen, dass die Sache mit der Vergebung nicht funktioniert hat. Oft wird das auch verbalisiert, mit der Frage: „Wie oft muss ich denn noch vergeben, bis ich anders fühle?“

Ich schlage dann keine Zahl vor, sondern frage die Person, ob sie das mit der Vergebung einmal auf eine andere Art und Weise durcharbeiten wolle. Allerdings sei dafür ein bisschen Zeit und auch ein bisschen seelische und sogar körperliche Arbeit vonnöten. Die meisten Menschen, die ich in der Seelsorge mit dieser Vergebungszwickmühle erlebe, wollen wirklich vergeben. Sie sind verzweifelt und bereit, etwas dafür zu tun, sie wissen nur nicht, wie das geht. Ich beschreibe dann wie meiner Erfahrung nach Vergebung wirklich stattfinden kann und in der Folge auch ein verändertes Fühlen und Denken mit sich bringt. Und ich sage auch, dass wir das nicht heute erledigen werden, sondern, dass es ein bisschen Zeit braucht. Aber am Ende wird ein Punkt erreicht sein, an dem sie vergeben wollen und es auch können.

Und das geht so:

  1. Die Wahrheit zulassen
  2. Gefühle zulassen: trauern und wüten mit Leib, Seele und Geist
  3.  Vergeben
  4. Vergebung annehmen
  5. Lasten abwerfen
  6. Empfangen

 

Schritt 1: Die Wahrheit zulassen     

Viele von uns neigen dazu, die Dinge, die uns angetan wurden, zu verharmlosen oder zu entschuldigen. Gerade, wenn wir aus christlich sozialisierten Kreisen kommen, wollen wir oft ganz einfach sehr nett und liebevoll sein. Außerdem wollen einige Menschen sich selbst nicht so wichtig nehmen, Vater und Mutter ehren (oder das, was sie darunter verstehen) und nicht in einem Zustand der Unvergebenheit (da ist es wieder!) verharren. Für echte Vergebung ist es aber unerlässlich, dass Wahrheit an die Sache kommt. Ich kann nicht etwas vergeben, was ich nicht als Schuld anerkenne. Ich werde nicht etwas von Herzen vergeben, wenn ich sage: So schlimm war es ja auch wieder nicht. Ich kann nicht den nächsten Vergebungsschritt gehen, wenn ich sage: Das hat Tante Erna ja auch nur getan, weil sie selber in so einer schlimmen Situation war.

Scheiße ist Scheiße, und wir würden auch nicht sagen: „Da liegt so ein herbstblattbraunes, längliches Etwas auf dem Boden – und du hast es mit deinem Fuß berührt und es duftet sehr originell! Selten habe ich so etwas Außergewöhnliches olifaktorisch wahrgenommen.“ Wir würden sagen: „Es riecht nach Scheiße. Kann es sein, dass du in einen Haufen getreten bist?“

Eine Schuld, die jemand mir angetan hat, ist ja auch Scheiße, und sie hat mich verletzt, behindert, für mein Leben geprägt und ist offensichtlich so schlimm und stinkt zum Himmel, dass ich sie bis jetzt noch nicht vergeben konnte. Also sollte ich die Sache beim Namen nennen und auch zu mir selbst ganz ehrlich sein.

„Person xy hat diese konkrete Schuld an mir begangen. Das war ein riesiges Unrecht und hat folgende Spuren in meinem Leben hinterlassen. Außerdem ist es bis heute so, dass ich aufgrund dieser Sache in folgenden Punkten leide oder nicht richtig heil bin.“

Wenn eine Person das von sich aus so schildern kann, dann ist das gut und ich kann zum nächsten Vergebungsschritt übergehen. Wenn sie das nicht kann, dann müssen wir daran arbeiten. Wir arbeiten daran, nichts zu entschuldigen, sondern die Schuld als solche anzuerkennen und die Folgen zu benennen.

 

Zweiter Schritt: Gefühle zulassen – trauern und wüten mit Leib, Seele und Geist

Auch das ist eine Herausforderung für viele Menschen. Vor allem für jene, die in Kreisen groß geworden sind, in denen Wut pauschal mit Sünde gleichgesetzt wird. Oft wird gesagt: „Ich bin gar nicht wütend auf xy. Ich bin nur traurig und verletzt.“ Das ist natürlich Humbug. Aber die Person glaubt dies und kann Gefühle der Wut gar nicht wahrnehmen. Deshalb halte ich in der Seelsorge einen kleinen Anschauungsunterricht, wie das geht, wütend zu sein. Ich gebe als Hausaufgabe, einen Anklagebrief an den/die Täterin zu schreiben (der nicht abgeschickt wird!) und hernach mit Körper und Stimme auszudrücken, wie sauer man auf die Person ist. Ich zeige, wie man boxen, treten und schreien kann. Das ist oft ein seltsamer Moment in der Seelsorge. Manchmal lachen wir zusammen darüber, manchmal sitzt jemand erschlagen da und sagt, so etwas habe er/sie noch nie gemacht und wisse auch nicht, ob ihm/ihr das möglich sei. Manchmal kommt die Frage auf, ob man das denn dürfe als Christ. Dann besprechen wir einige Stellen aus den Psalmen, an denen deutlich wird, dass sogar Glaubenshelden wie König David gewütet haben. Dass sie unglaubliche Sachen geäußert haben, und zwar nicht ihren Feinden gegenüber, sondern im Gespräch mit Gott.

Denn darum geht es. Mit Jesus zusammen wütend zu sein auf das, was mir angetan wurde. Dazu ist es gut, wenn man am Anfang ein Gebet wie dieses spricht: „Danke Jesus, dass du weißt, was in meinem Herzen ist, und ich deshalb vor dir sein darf, wie ich bin. Ich will jetzt meine Wut auf xy rauslassen und ich bitte dich, dass du mir dabei hilfst. Alles, was ich sage und tue, stelle ich unter deinen Schutz. Nichts soll mir, meiner Familie, dem Verletzer oder seiner Familie schaden.“

Und dann legt man los. Ich erwähne dabei immer, dass wir tatsächlich das rauslassen sollten, was wir wirklich denken und fühlen. Und wenn es so etwas ist wie: „Ich würde dich am liebsten umbringen.“ Oder: „Du alte Drecksau!“ und Schlimmeres… Warum sollten wir diese Dinge anders ausdrücken, als sie in unseren Gedanken oder Herzen sind. Jesus weiß doch sowieso, wie es da aussieht. (Und natürlich darf auch gerne geweint werden.)

Wichtig ist es mir, dass die Person das alles körperlich und stimmlich ausagiert. Denn nur so kann die körperliche Anspannung, die sich in uns anstaut, wenn wir wütend sind, abgebaut werden. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, mit depressiven Klienten diese körperliche Wutarbeit besonders zu betonen. Die depressiven Stimmungen verringern sich (manchmal verschwinden sie nach einigen Monaten ganz), die Menschen werden wieder lebendiger, fühlen ihren Körper wieder und neben der Wut können auch wieder positive Gefühle, wie Freude oder Entspannung erlebt werden.

Am Ende der Wutarbeit wird dann wieder mit Jesus gesprochen: „Jesus, ich habe jetzt viel von meiner Wut rausgelassen. Jetzt möchte ich nicht länger daran festhalten. Ich gebe dir die Wut.“ (Und wieder körperlich werden und Jesus die Wut reichen).

Manchmal reicht es, ein oder zweimal auf diese Art an einer Sache zu arbeiten. Oft dauert es (viel) länger. Aber irgendwann ist ein Punkt erreicht, an dem man spürt: Jetzt mag ich das alles gar nicht mehr bewegen und festhalten. Ich glaube, ich will jetzt vergeben.

Erst wenn dieser Punkt erreicht ist (und Seelsorger und Klient spüren dann, dass jetzt etwas anders ist) – erst dann ist es dran, zu vergeben.

Leider betonen viele Seelsorger und Pastorinnen eine viel zu schnelle Vergebung. Oft wird Druck ausgeübt, dass man schnell vergeben solle, damit man nicht selbst sündigt. Das ist bullshit! Und es wird eine Art Vergebungsfarce zelebriert, die den Hilfesuchenden nicht weiterbringt, nicht befreit, und am Ende sogar mit Schuldgefühlen dastehen lässt, weil dieser ja noch die gleichen Gefühle und Gedanken hat wie „vor der Vergebung“.

Natürlich taucht dann die Frage danach auf, wie das mit Matthäus 18 (Gleichnis vom Schalksknecht sei) und ob man dann nicht angreifbar sei, weil man in der Unvergebenheit (diese Wort!) verharrt. Und da ist was dran. Meine Lösung ist: Wir parken das Ding mit der Vergebung vorm Kreuz. Das geht so ähnlich: „Jesus, noch kann ich nicht von Herzen vergeben. Aber es ist mir ernst damit, dass ich der Person, wenn ich soweit bin, vergeben will. Ich möchte mit dir zusammen daran arbeiten, dass ich es eines Tages kann. Ich parke „das Ganze“ jetzt bei dir, vor deinem Kreuz. Und ich bitte dich, dass du mich an diesem noch offenen Punkt durch deine Gnade und deine Vergebung schützt.“

Ich bin überzeugt, dass Jesus dieses ehrliche Gebet hört, und uns mit Gnade und Liebe begegnet und unseren Prozess begleitet.

 

3. Schritt: Vergeben

Und auch hier ein paar Mythen, die es aufzulösen gilt: Vergebung bedeutet weder, dass ich etwas vergesse, noch dass ich etwas verharmlose, noch dass ich eine Schuld, die ein Anderer tat, als ungeschehen ansehe. Vergebung bedeutet nicht, dass ich mich vor der Person, die mich verletzt hat, nicht schützen dürfte, wenn ich befürchten muss, dass diese ihr Verhalten nicht ändern wird.

Vergebung bedeutet:

Ich lasse die Schuld, die diese Person mir angetan hat, los. Ich halte nicht länger daran fest. Ich werde nicht länger die Position eines Richters oder Anklägers einnehmen. Ich trage es der Person nicht länger nach und lasse mein Recht auf Rache und Vergeltung los.

Ich gebe die Person und ihre Schuld in die Hand Jesu. Es ist nicht mehr meine Sache, was daraus wird, sondern seine.

Das drücken wir in der Seelsorge dann im Gebet aus. Manchmal ist es gut, auch hier eine symbolische Handlung zu vollziehen, damit das Ganze auch mit dem Herzen und dem Körper erfahrbar wird.

 

Schritt 4: Vergebung annehmen

Das ist ein seltsamer Schritt. Eigentlich ging es doch um die Schuld des Verletzers. Doch auch die Person, die verletzt ist, hat reagiert. Sie hat möglicherweise mit Gefühlen und Verhaltensweisen  reagiert, die wiederum andere verletzt haben. Oder die dazu geführt haben, dass die Person sich selbst verletzt oder beschnitten hat. Das kann sie bei Jesus ablegen und Vergebung dafür annehmen.

Manchmal ist es auch nötig, sich selbst zu vergeben. Oder sogar Gott zu vergeben. Oder Menschen, die gar nichts Falsches getan haben. Einfach, damit die Seele frei wird.

 

Schritt 5: Lasten abwerfen

Auf Unvergebenes, auf eigene Schuld, auf erlebte Traumata und Ungerechtigkeiten kann sich Ungutes draufsetzen. Das weisen wir im Gebet zurück und schicken es weg.

 

Schritt 6: Empfangen

Wenn wir etwas an Jesus abgeben, dann schenkt er uns auch etwas dafür. Wir beten an diesem Punkt darum, dass Jesus das, was leer geworden ist in Leib, Seele und Geist, ausfüllt. Und wir hören gemeinsam, was Jesus schenken will. Manchmal kommt ein Satz oder ein inneres Bild, welches beschreibt, was Jesus der Person jetzt schenkt. Manchmal fühlt die Person körperlich etwas (wie z.B. eine große Erleichterung/ dass der Druck auf der Brust verschwunden ist/ Wärme dort, wo es vorher kalt war/ wie wenn eine Berührung oder Umarmung stattfindet usw.) Manchmal weiß sie einfach, was Jesus schenkt. Und es ist immer etwas Gutes, Angenehmes und Schönes.

Vergebung braucht Zeit. Vergebung ist kein mechanischer Vorgang. Vergebung ist kein frommes Programm, dass wir ableisten müssen. Vergebung geschieht nie unter (Zeit)druck.

Vergebung ist ein Prozess, ein Weg, den wir an Jesu Hand gehen dürfen. Ein Prozess des Loslassens der Schuld eines anderen Menschen. Ein Prozess es loszulassen, diese Sache selbst regeln zu wollen. Ein Prozess, in dem alle aufgestauten Gefühle geäußert und losgelassen werden dürfen.  Dann ist sie befreiend und dann bewirkt sie echte Veränderung.

 

 

 

18 Gedanken zu “Vergebung: Loslassen, Druck ablassen, frommen Druck vermeiden

  1. Liebe Bettina, kann ich nur bestätigen was du schreibst. Ich glaube wir wollen auch deshalb so schnell vergeben, weil wir die schmerzhaften und unangenehmen Gefühle so schnell wie möglich loswerden möchten. Aber, das lerne ich immer mehr, Jesus ist bei mir ,Hier und Jetzt‘ IN meinen schlimmen Gefühlen. Dadurch entwickelt sich das Heilwerden und Loslassen können.
    Liebste Grüße Britta

  2. Einerseits finde ich den Artikel super, mit der Einschränkung, dass ich das Wort Jesus jeweils mit Gott Jahwe ersetzen würde, denn nur er ist der Erhörer der Gebete. Ich glaube, man kommt mit diesen Schritten bestimmt weiter beim loslassen des Traumata. Wobei nach Rache an den Tätern war mir noch nie. Wut war (und fühlt sich immer noch) verboten und lebensgefährlich an. Sie wird nach innen gerichtet in Form vom Selbsthass. Aber im Grunde sind wir/ich noch beim ersten Schritt. Manche von uns können einfach nicht wahrhaben, dass so etwas passiert ist… Zweifeln sind unser täglich Brot.
    Ich finde den Artikel so gut, dass ich ihn mit deiner Erlaubnis gerne auf unseren Blog verlinken möchte.
    Doch andererseits finde ich eine gravierende Sache nicht richtig. Jemanden zu vergeben der nicht mal zugeben tut, was er verbrochen hat. Der alles abstreitet, und dem Opfer womöglich immer noch Schmerzen zufügt! Der nicht bereut!
    Gott vergibt auch nicht jede Sünde, die Sünde gegen den heiligen Geist bleibt und wird bestraft. Und auch echte Reue ist eine Voraussetzung für die Vergebung der Schuld! So hab ich es jedenfalls in der Bibel gelesen.
    Und Reue ist unter anderem daran zu erkennen, des derjenige auch umkehrt und alles ihm mögliche tut, es nicht mehr weiter zu tun…
    Jemandem zu vergeben der immer noch bösartig ist, halte ich nicht für richtig (wenn Reue dem Menschen möglich ist, was auf Grund von Krankheit bzw. Behinderung nicht immer der Fall ist). Damit meine ich nicht, man darf/muss dieser Person grollen, bis er/sie sich entschuldigt. Nein, das würde uns selber am meisten schaden. Einen Schutz vor solcher Person aufzubauen, halte ich für einen muss, aber dies hat ja auch nichts mit Vergeben zu tun.
    Ich glaube, man kann trotzdem, man solchen Personen nicht verzeiht seine eigenen Frieden finden und losslassen, in dem man all in sich selbst annimmt und lieben lernt und ihnen verzeiht, sie sieht, liebt, beachtet und respektiert. Und in dem man akzeptiert was war, und sieht, dass es vorbei ist ist, und weil man nicht mehr zulässt, dass jemanden von uns weiter weh getan wird.

    1. Liebe Vergissmeinnicht, danke für deinen langen und wertschätzenden Kommentar. Ich freue mich darüber.
      Mit den Namen für Gott ist das so eine Sache… Ich nehme das nicht so genau, bete hauptsächlich zu Jesus, einfach weil ich zu ihm den nahesten Zugang habe. Manchmal aber auch zum Vater oder Heiligen Geist. Und erlebe, dass meine Gebete unabhängig von der Anrede erhört werden (also nicht alle… 😉 ) Eine liebe Freundin, die ich beim Ausstieg aus rituellen Kreisen und seelsorgerlich begleiten durfte, mag den Namen Jesus überhaupt nicht. Wegen der Erlebnisse, die damit gekoppelt sind und der Botschaften, die sie dazu hören musste. Das kann ich gut verstehen. Sie fand erst gar keine Anrede, die nicht Unbehagen auslöste, jetzt betet sie zu „Yeshua“, und das ist gut so für sie. Ich habe fast Sorgen, das hier zu schreiben, weil „sie“ das dann wieder bei anderen Opfern auch benutzen könnten – vielleicht lösche ich es später mal wieder.
      Aber bei dir war es nicht der Name an sich – sondern du empfandest es als Adressaten nicht richtig, oder?

      Gut, dass du (ihr) beim ersten Schritt bist. Das ist doch schon viel. Und ich wünsche dir gutes Vorankommen und dass ihr von gelegentlichen Rückschlägen nicht entmutigt werdet. Die gehören dazu und bringen auch weiter, denke ich.
      Wut ausleben – das ist für viele Menschen sehr wichtig. Bei DIS empfinde ich es auch schwieriger, weil dann Wechesl stattfinden, und das Ganze woanders endet, als es ursprünglich gedacht war. Ich glaube, dass es eher möglich ist, wenn schon viel Integration da ist.
      Die Schritte sind wichtig, meist auch in ihrer Reihenfolge… aber ich erlebe das immer wieder (bei mir und bei denen, die zu mir in die Seelsorge kommen) dass es ganz individuelle Wege gibt – und das das voll ok ist. Dass dann Heilung und Verarbeitung trotzdem funktionieren können und dass Yeshua (schreibe ich jetzt hier mal so) sehr flexibel und verständnisvoll ist und uns individuell annimmt. (Ich bin Seelsorgerin, (noch) keine Therapeutin – das liest sich sicher sehr stark heraus hier.)
      Wenn du meinen Artikel trotz des einen Punktes gerne verlinken möchtest: ja gerne! 🙂
      Zu dem einen Punkt: Ich verstehe Vergeben als ein Loslassen der Schuld, die der andere mir angetan hat. Also, dass ich das nicht länger mit meinen Händen festhalte und damit die Sache in die eigene Hand nehmen möchte. Das ist eine Sache, die nur mit mir selbst zu tun hat. Ganz unabhängig davon, ob der Täter/Schuldhabende seine Tat als Schuld wahrnimmt, bereut oder um Verzeihung bittet.
      Es geht nur darum, dass ich es nicht länger mit mir als erdrückende Last herumschleppen muss und es mich gefangen hält und weiter zerstört. In der Seelsorge sage ich: „Ich gebe die Schuld des Anderen in Gottes Hand. Er soll sich darum kümmern, was daraus wird. Es ist nicht mehr meine Sache – ich lasse es los.“
      Eine Sache nur für mich (oder zwischen mir und Gott). Der Andere bekommt davon nicht mal was mit (in der Regel).
      Ich werde es ihm nicht sagen oder deutlich machen.
      Vergebung bedeutet für mich nicht, dass ich auf den Anderen zugehen oder mich ihm aussetzen muss. Schon gar nicht, wenn da weitere Verletzungen zu erwarten sind.
      Vergebung ist total unabhängig vom Verhalten des Täters.
      Eine andere Sache ist es mit der Versöhnung. Versöhnung ist nur möglich, wenn beide Seiten aufeinander zugehen. Und das geht oft nur, wenn der Aggressor sein Verhalten sieht und Reue zeigt. Da stimme ich absolut zu.
      Antworte gerne, wenn du das anders siehst oder differenzieren möchtest. Ich finde den Austausch darüber richtig gut. Liebe Grüße, Bettina

      1. Liebe Bettina,
        Danke für die Erlaubnis der Verlinkung, werde ich bald machen und meine/unsere Gedanken dazu schreiben.
        Ich habe gar nicht gegen den Namen Jesus und auch nicht Yeshua, ist ja das selbe. Ich liebe Jesus auch, doch würde ich nie zu ihm beten, denn sogar er selbst betet zu Jahwe, seinem Vater und laut der Bibel erhört er die Gebete… Nach Gottes Wort halte ich mich, nicht nach meine Meinung, auch wenn Jesus für mich auch oft fassbarer ist…
        Wir haben Dinge erlebt, durch Menschen, die Kirchengänger sind bzw. waren. Nach außen hui, nach ihnen pfui! Glauben an Menschengedanken statt an die von Gott ließ sie selbst wählen was angeblich heilig ist, wie man sich zu benehmen hat und welche Strafen oder Vergnügen richtig sind. Deswegen glauben wir nicht an Kirchen und Gemeinden, sondern an Gott und die Bibel eben. Zumindest die von uns, die es eben noch können, was leider nicht alle sind, dafür wurden sie zu tief verletzt…
        Ich habe es an Gott übergeben, was mit den Tätern passieren soll. Nur er kann ins Herz sehen (und Jesu) und darüber richten, was der Mensch verdient, das will ich auch gar nicht beurteilen. Z.B. mein Mutter, ist sie schuld an den Grausamkeiten, die sie uns antat? Oder ist es mein Opa, weil er ihr und uns Dinge antat? Oder vielleicht noch wer anderes? Weiß ich was in denen los war/ist, ob die mit ihrer DIS in der Lage war zu kontrollieren? Oder ob sie wirklich nichts mitbekommen hat, was sie tat, auch nicht wie mein Körper Zustand war, wenn sie vielleicht in einem anderem Anteil war? Oder war dies Berechnung pur, und wir ihre Geld Zuverdienst Quelle? Ich/ Wir können es nicht beurteilen, auch wenn mehr für die letzte Variante spricht als für die anderen. Ich frage mich/uns selbst ständig, ob ich für die anderen Verantwortung übernehmen kann, ohne sie kontrollieren zu können, und ob ich das Recht habe zu bestimmen, was für alle von uns das beste ist. Da überlasse ich es echt am allerbesten Gott, denn sein ist die Rache.
        Aber Vergeben? Kann ich einer Mutter vergeben, die statt für ihr Kind liebevoll zu sorgen und es zu beschützen, es selbst vergewaltigt, misshandelt und verkauft, und mit allen Mitteln für das Schweigen des Kindes und später der Erwachsenen sorgt?
        Ist vergeben und verzeihen das selbe wie losslassen? Und ja, es geht nicht um Mutter, sondern um uns und unser Leben, und sie wird nicht erfahren, ob wir es tun oder nicht.
        Wußte ich, es wäre ihr nie bewußt was passiert ist und es wäre niemals absichtlich und wissentlich geschehen, könnte ich verzeihen, wenn sie Einsicht zeigen würde, und wenigstens etwas Liebe und Mitgefühl. Tut sie aber nicht! Macht uns immer noch fertig, also brachen wir den Kontakt ab (wir brauchte ewig dafür, viele lange Jahre). Sie versucht nicht mal sich irgendwie zu entschuldigen oder zu fragen wieso. Nein, verzeihen können wir das nicht. Auch nicht vergeben, wenn sie uns nicht mal einen Millimeter entgegen kommt.
        Und losslassen? Dafür müssen wir erst wissen, was wir alles los lassen müssen. Wie gesagt, Schritt 1 ist dran. Und mit jedem Flashback, jedem neuen Inni erfahren wir, wie viel es anzunehmen, zu glauben, zu verarbeiten und zu akzeptieren gilt. Das erschlägt uns bereits jetzt und wir haben noch nicht mal die ganze Spitze des Eisbergs gesehen.
        Und losslassen können nur die, die zumindest von ihrer Not erzählen konnten, „gerettet“ werden und an einen sicheren Ort umziehen können. Wenn sie endlich sein können, was sie sind und Bedürfnisse haben dürfen und Grenzen, die geachtet werden, dann können sie bestimmt loslassen, weil es dann ja endlich tatsächlich vorbei ist für sie, im Gegensatz zu jetzt.
        Das ist unsere Meinung zu der Vergebung für die Mutter. Vielleicht ändert sich unsere Sichtweise ja noch. Die anderen Täter haben eine andere Stellung, weil sie mir alle (oder fast alle) im jetzt egal sind. Egal ob Tod oder lebendig, ob bestraft oder nicht. Wir würden sie zwar nie anzeigen können (aus Angst), aber wir vertrauen da auch, dass Gott sie richten wird. Wir hoffen nur, dass die nicht anderen Menschen so viel Leid an tun wie uns. Wir werten es schlimmer als Mord, weil es unser ganzes Leben zerstört hat und wir auch noch gezwungen sind unser Leben lang mit diesen Qualen zu leben, Mord wäre uns echt lieber, dann hätten diese Qualen wenigstens ein Ende. Wir hoffen Gott sieht Seelenmord auch als schlimmer an…
        Nun haben wir so sehr ausgeholt, tut mir leid.
        Deine Arbeit in diesem Blog ist so wertvoll! Möge es vielen helfen.
        Bist du auch betroffen Bettina?
        Alles Liebe dir und eine riesen Dank ❤

      2. Liebe Vergissmeinnicht,
        ja – das sind viele berechtigte Fragen. Und ich weiß es auch nicht. Ich denke auch viel darüber nach, wieviel Verantwortung Menschen eigentlich tragen, wenn sie gespalten und von vorne bis hinten (oder oben bis tief unten) durchprogrammiert sind. Und das Quälen anderer ja oft angefangen und getan wird, um selbst zu überleben. Ich habe da auch keine Antwort drauf. Ich glaube, dass es bei Menschen mit DIS einen Kern gibt, so klein er auch immer sein mag, der das wahre Selbst ist. Unversehrt inmitten allem, was im System an Zerstörung vorhanden ist. Ich glaube, auf diesen Kern kommt es entscheidend an.
        Seiner eigenen Mutter so etwas zu vergeben – ja, ich kann mir auch nicht vorstellen, wie das gehen kann. Ich glaube aber dass es geht. Nach ganz ganz langer Zeit und viel Heilung, Integration und guten Menschen um einen herum. Und die Zeit dafür darfst du dir nehmen, und sollte es dein ganzes Leben lang dauern. Bitte verstehe meinen Artikel und meinen Kommentar nicht so, dass man das unbedingt alles erreichen muss. Ich glaube, sich auf den Weg machen reicht erst mal. Und ich habe den Eindruck, dass wir evtl doch ganz ähnlich denken, was Vergebung angeht. Nur dass ich es erst mal nur für „einen selbst“ denke – dass man selbst die Last, die der Andere auf einen geladen hat, los wird. Und ihr denkt irgendwie noch einen Schritt weiter: an etwas Positives, was man dem anderen tut (oder verstehe ich das falsch?).
        Seid ihr denn schon sicher? Das habe ich nicht ganz rauslesen können. Gerne könnt ihr auch privat schreiben, wenn euch das hier zu öffentlich sein sollte.
        Nein, ich bin nicht betroffen. Ich habe in der Seelsorge mit Menschen zu tun, die rituellen Missbrauch aufarbeiten. Und ich durfte in den letzten 2 Jahren eine junge Frau begleiten, da heraus zu kommen. Da habe ich so viel gelernt – und nun sind wir Freundinnen und sie hat mir Unmengen erzählt, und deshalb weß ich über Vieles Bescheid. Auch mit einer anderen Frau bin ich befreundet, die aber schon seit 16 Jahren draußen ist.
        Dein Misstrauen gegenüber Kirchenleuten, Kirchen und Gemeinden kann ich verstehen, seit ich weiß, dass rituelle Gewalt auch dort geschieht. Über die junge Frau habe ich darüber erfahren und es hat auch mein Bild erschüttert und ich laufe mit anderen Augen durch die Welt und die Gemeinden/Kirchenlandschaft… und sehe viel…
        Danke für deine lieben Worte zu meinem blog. Das tut mir gut!
        Und ich danke dir von Herzen für deinen blog und dass ich mitlesen darf. Ich lerne und mein Verständnis vertieft sich. Und ich bewundere Euch für euren Mut und eure Offenheit. Danke!
        Bettina

      3. Ich glaube wir sind raus, aber die meisten fühlen sich nicht sicher. Manche haben Angst, sie werden verfolgt und beobachtet und doch wieder bestraft. Manche meinen es sei nicht vorbei. Manche wollen sogar wieder da wo sie meinen hin zu gehören, auf den Strich und in ein SM-Studio wo man mit ihnen tun soll, was ihnen zusteht… Sehr viel Angst…
        Aber die leben auch nicht wirklich im hier und jetzt, sondern nur halb. Sie kennen das jetzt, meinen Mann, mit dem sie reden und sich von ihm beschützt fühlen (nicht alle, einige haben auch vor ihm Angst und können nur im Wohnzimmer schlafen, die Tür verbarikadiert, weil sie glauben, dass Nachts alle Männer zu Monstern werden. Falls schlafen denn mal überhaupt sein darf, oder geht…). Sie kennen die Thera, und alle möglichen Leute aus meinem Leben, aber sie sind nur halb im jetzt. Sie glauben Mutter ist auch da, und dass jederzeit bestraft werden können, jederzeit Dinge tun müssen, wenn jemand Dinge will. Viele glauben, es geht nie vorbei! Es ist aktuell, schon allein deshalb, weil manche in uns für Bestrafung oder Qualen sorgen…
        Loswerden können wir die Last leider nicht, sie ist ständig präsent. So lange keine Heilung geschieht ist immer Leid da bei uns. Loslassen geht nicht, wenn man ständig die Bilder der Qualen sieht, die Schmerzen spürt und einem das Außenleben, wie ein schöner Phantasie- Film zu sein scheint, der sofort verblasst, wenn er aus ist. Und wir sind mitten drin in diesem Film und spielen unser „alles ist gut“ nach außen vor. Und sobald wir nicht spielen müssen, brechen wir vor Qual fast zusammen, oder müssen uns betäuben, um die Bilder nicht zu sehen, um nicht zu hören was die anderen sagen und fühlen, um funktionieren zu können, irgendwie…
        Wir sind nach 15 Jahren Therapie gerade am Anfang angekommen. Ich darf immer mehr kennen lernen wer so alles in meinem Körperhaus wohnt…
        Bin ich einen Schritt weiter? Hm.
        Ich kann erst loslassen wenn die Bilder nicht kommen, das kann mein Leben lang dauern. Meine Freundin (hat auch DIS) meint ihrer Mutter vergeben zu haben. Sie ist viel älter als ich, und meint ihren Frieden gefunden zu haben. Sie hat zu Mutter Kontakt, die mal alles abstreitet, ein anderes mal einsieht und zwischendurch für Verletzung sorgt. Dieser Freundin geht es aber nicht wirklich gut, ihre Anteile übernehmen immer mehr, sie meint es sei vielleicht Alzheimer… Den Kontakt bricht sie nicht, weil SIE ja kein Problem mit hat. Aber die ANDEREN in ihr rebellieren. Ihr egal, auch wenn sie sehr drunter leidet alles mögliche zu „verlieren“ nichts mehr davon zu wissen, was sie vor ner Stunde gemacht hat. Hauptsache Vergebung! Doch in meinen Augen ist dies Verleugnung und kein innerer Frieden. Wie sollen die anderen denn loslassen, gehört werden und deren Leid ernst genommen werden?
        Es geht nicht nur um mich, sondern um alle in uns müssen vergeben können. Nur dann kann echter Frieden in unserem Körperhaus herrschen. Und wenn unser Leben nicht reicht um zu heilen, können wir dann vergeben?
        Würden wir eine Wiedergutmachung von Mutter bekommen, würde es den meisten in uns nicht schwer fallen ihr zu verzeihen, auch wenn wir nicht heil sein können. Würde sie uns ihre Hand geben, uns helfen, uns unterstützen, sich entschuldigen, mit uns weinen könnten wir sehen, das es kein Absicht war, dass sie selbst ein Opfer war. Und auch wenn wir noch nicht alles wissen und alle kennen, würden wir an das Gute in ihr glauben und vergeben, trotz der Qualen in uns. Ich glaube, wir könnten dann auch viel schneller heilen. Wir wären in Frieden mit Ihr, auch wenn noch nicht in uns. Das wäre dann ein gemeinsamer Weg zu Heilung, der uns und Mutter weiter tragen würde.
        Ohne diese Art der Vergebung ist der Weg zur unserer Heilung und dem Losslassen so viel schwerer.
        Aber wir können nicht vergeben und losslassen was wir ständig vor Augen haben, was so schmerzt und schreit.
        Also sind wir im Schritt 1 unterwegs auf diesem Weg. Schritt 2 flammt oft auf wenn wir zum wiederholten male Dinge erfahren, die die Wut in uns zum eskalieren bringen. In dieser Zeit, sollte Mutter besser niemals in unsere Nähe kommen, denn die Wut würde sie in der Luft zerreißen, sie würde es nicht überleben! Ihr Grinsen während sie zusieht, was man uns antut bringt diese Wut zum explodieren und an den Rand des Wahnsinns!
        Deine Meinung mit dem inneren Kern finde ich gut. Wie auch immer der entsteht. Meine Mutter kann mich heute nicht quälen, aber sie scheint es zu brauchen, quält also Katzen und Mäuse, für die sie Fallen im Garten aufstellt. Und damit auch die Besitzer der Freilauf-Katzen, die verzweifelt ihre Katzen suchen, sie aber nie finden werden…
        Von uns kann ich aber behaupten, dass wir unfähig sind jemandem auch nur eine wohlverdiente Ohrfeige zu geben. Wir lieben Tiere, können nicht ertragen, wenn jemand weint, wollen allen helfen und das so sehr, dass wir uns total vernachlässigen für andere… Und das, obwohl wir damals anderen Kindern Dinge antun mussten… Ich habe eine Panik davor, auch nur Kinder zu bekommen, weil ich uns nicht traue und auch in sowas meinem Mann nicht. Ich glaub, hätte ich Kinder, würde ich sie nicht ne Sekunde mit jemanden alleine lassen und wegen unseren Anteilen sicherheitshalber überall Kameras aufstellen, um sicher zu gehen, dass den Kindern niemals was passieren kann! Aber das sage ich, sind die anderen von uns auch dieser Meinung? ALLE?
        Und wie entsteht dieser Kern? Durch das was man erlebt hat, durch eigene Entscheidung, durch Konditionierung oder Programmierung, die Liebe die man erhalten hat oder eben nicht, … ?
        Hiskias Vater war nicht allzu nett, Hiskija aber schon. David war nett, sein Sohn Absalom aber nicht, also an den Eltern dürfte es schon mal nicht liegen, auch nicht an den Genen, dem nach. Sehr viele Täter hatten eine schlimme Kindheit, aber nicht alle mit einer schlimmen Kindheit werden zu Tätern. Ist es also doch die eigene Wahl? Kain und Abel hatten die selben Eltern und vermutlich die selbe Erziehung. Der eine wird zum Mörder, der andere gefällt Gott hingegen sehr. Was bewegte Kain zum Mord? Eifersucht? Gott gefallen zu wollen? Gute Stellung vor Gott zu haben? Angesehen zu sein? Wut auf Abel, weil er besser war als er selbst? Egal welche Beweggründe er auch hatte, Gott sah seinen Groll, warnte ihn sogar vor der Sünde. Aber seine Entscheidung, oder war es aus dem Effekt heraus, führte nicht zu seiner Anerkennung! Und nach der Tat zeigte er keine Reue, sondern wollte alles vertuschen. Was brachte ihm das ein? Hätte er es nicht besser wissen müssen? Hätte er nicht besser auf die Warnung hören sollen? War sie ihm egal, oder wollte er selbst entscheiden was für ihn am besten ist?
        Es war eine dumme Entscheidung! Und zum Affekt hätte es nicht kommen müssen, hätte er entschieden Gottes Warnung ernst zu nehmen.
        Also ist unser Kern das Ergebnis unserer Entscheidung und Willensfreiheit? Wenn ja, kann ich Mutter um so weniger verzeihen! Ich hasse JEDE UNGERECHTIGKEIT erst recht eine absichtliche! Aber zum Glück muss ich ihren Kern nicht beurteilen. Und gebe dies immer wieder ab an Gott, denn dann steigere ich mich auch nicht mehr in diese Wut hinein.
        Na ja, wir drehen uns glaub ich im Kreis und ich schreibe hier voll die Romane. Kann kaum aufhören, weil sich dabei meine Gedanken ordnen.
        Es tut mir gut mit dir zu reden (schreiben), Bettina. Danke dafür.

  3. Oh, das hoffe ich sehr, dass ihr (alle!) sicher seid und keine Bedrohung im Jetzt stattfindet (äußerliche Bedrohung). Das ist ja der Anfang.
    Wenn ihr möchtet, dass wir uns lieber hier nicht öffentlich austauschen, wegen Mitlesern oder evtl. Strafen, dann könnt ihr mir gerne unter „Kontakt“ auf meiner Seite schreiben. Ich hoffe, das funktioniert mit dem Button, da habe ich noch keine Erfahrung.
    Ich glaube, das mit der Vergebung ist einfach noch nicht dran. Wie ihr es ja auch selbst schriebt. Und das ist völlig ok. Alles andere wäre ja nur etwas Vorgegebenes, was man macht, weil man es machen soll. Und da habt ihr recht: da müssen ja alle mitziehen. Oder (was ich denke aufgrund meiner Erfahrung) erst mal recht viele – und die anderen können das dann nach und nach machen. Aber das ist alles jetzt nicht wichtig. Trotzdem lese ich aus deinen Zeilen, dass es dich beschäftigt. Und das ist – so finde ich – nach dem, was du durch hast, schon echt eine große Leistung.
    Ich glaube, wenn jemand damit in meiner Seelsorge wäre, würde ich vorschlagen, dass wenn es diejenige beschäftigt und hin- und hertreibt – sie damit zu Jesus gehen könnte. Sich (je nach Vermögen, also danach, was sich sicher anfühlt) in seine Arme begibt/ neben ihn setzt/ usw. und ihm einfach diese Gedanken anvertraut und die Last, die sie jetzt mit sich bringen, abgibt. (Je nach Person dann nochmal modifizier) Hört, was er dazu sagt oder zuschaut, was er tut. Natürlich nur, wenn solches „Schauen“ sicher ist und nicht irgendwelche Filme dann abgehen.

    Zum Personenkern: Ich denke, es ist der unzerstörbare Kern der ursprünglichen, ganzen Person. Die vielen herbeigeführten und nebenher passierten Anspaltungen brachten viele Personen hervor, die sich von der ursprünglich einen/ganzen/heilen Person abgespalten haben. So oft der Kern auch weiterhin versucht wurde zu spalten, so glaube ich doch, dass immer ein kleiner Teil vorhanden bleibt, den man nicht kaputt machen oder formen kann. Und das ist gut!

    Zu der Schuldfrage: Das ist echt so schwierig. Ich kann mir bei Manchem, was ich gehört habe, gar nicht vorstellen, wie man dem entfliehen kann. Wenn die ganze Persönlichkeit von Mutterleib an zu einem System gespalten und durchprogrammiert wurde — wie kann ein Mensche dem entkommen? Und doch gibt es ka Menschen wir dich/euch, und die, die ich kenne, die das geschafft haben. Die irgendwann flashbacks hatten und angefangen haben zu fragen, ob da was Wahres dran sein kann. Und deren Programmierung Risse bekommen hat und nach und nach nicht mehr so funktionierte, wie die Täter es wollen. „Fehler im System“ nennen die Programmierer es wohl, so erzählte mir eine Frau, die da Einblick hatte. Der wird dann, insofern die Person noch unter der Kontrolle des Kultes ist, versucht durch Neuprogrammierung zu beheben. Klappt aber scheinbar nicht immer.
    Ich weiß nicht, warum die Einen das mit dem Ausstieg (wenn auch mühsam) schaffen und die anderen nicht. Ob die eigene Entscheidung damit zu tun hat – oder ob es Glück (oder Gnade, je nachdem, wie man es sieht) ist.
    Bei Menschen, die nicht programmiert sind, würde ich auf jeden Fall sagen, dass man die Verantwortung für seine Taten hat. Und dafür, wie man weiter geht…und sich verhält. Auch wenn es Bedingungen gibt, die eher günstig oder ungünstig sind und auch schon Lieblosigkeit, Vernachlässigung etc. können so viel bewirken, so dass es schwer wird für einen Menschen, gut zu werden (das „gut“ jetzt mal so platt ausgedrückt – für Differenzierungen müsste man nochmehr schreiben, als ohnehin schon). Bei Menschen, die aufgespalten wurde und programmiert – boah, das übersteigt meine Vorstellungskraft, wie man da frei entscheiden kann. Trotzdem scheint es das zu geben. Kinder, die sich schon widersetzen (in gewissen Dingen – wenn sie sich in Allem widersetzen würden, würden sie nicht überleben, das ist klar). Aber woher diese dann die Kraft nehmen – und andere wie ferngesteuert funktionieren – das kann ich echt nicht beurteilen.
    Wenn ihr da n Bezug auf Eure Mutter fühlt und denkt, dann kann ich gut verstehen, dass ihr einfach nur verletzt und wütend seid. Dass Hass da ist. (bei denen, die es verstehen und wissen, was ablief, es wird ja auch Kinder/Personen geben, die sich die Liebe der Mutter wünschen und sie deshalb besser machen, als sie ist).
    Wahrscheinlich ist es für die Aufarbeitung gut, wenn die Gefühle, die ihr habt, einfach sein dürfen, ganz egal, ob ihr durchdringen könnt, inwieweit die Mutter Täter oder Opfer war, und ganz egal, wieviel Entscheidungsmöglichkeiten sie tatsächlich hatte. Das wird schwer rauszubekommen sein.
    Dass sie sich ändern wird, sich entschuldigen könnte, euch zuwenden oder ihrgendetwas in der Art, halte ich erst mal für sehr unwahrscheinlich. Darauf kann man im Heilungsprozess nicht bauen.

    Zu welcher Art Gruppe gehörtet ihr denn? Falls ihr das wisst.

    So, nun muss ich mich an die Arbeit machen 😉
    Liebe Grüße, Bettina

    1. Liebe Bettina, vielen Dank für deine Antwort.
      Ich glaube (und hoffe) dass ich anonym bin und keiner meinen Namen raus finden kann. ICH will nicht mehr schweigen und mich verstecken. Jeder soll ruhig mitbekommen, was in dieser beschi… Welt abgeht!
      Strafe… da stehen sogar welche drauf… und andere wollen deswegen sterben…
      Na ja, ich merke, ich bin nicht ganz allein gerade, schreibe womöglich wirklich was, was ich hinterher bereue… Heute ist es aber auch wieder mal heavy bei uns.
      Mit der Vergebung hast du wahrscheinlich recht. Beten kann ich oft nicht so wirklich, ich beginne es und lande irgendwo im was auch immer, ohne zu wissen wieso. Und das mit Jesu Arme oder so, löst bei einigen kleinen Angst aus und Filme. Find ich blöd, aber erklären bringt da nie was. Es geht mit der Vorstellung einer Licht-Energie, aber mit Menschlichen Wesen nicht, oder nur bedingt. Doch alles was man da hört und sieht, ist doch imaginär, oder nicht? Kann trotzdem gut tun, hab ich in einer Therapie mal gemacht. Doch Energie ist eben leider keine Umarmung nach der sich viele so sehnen und vor der viele vor Angst erstarren und weglaufen wollen.
      Mit dem Kern hört sich das gut an. Und dieser Kern entscheidet sich dann für das gute oder das schlechte? Und die anderen ziehen dann mit? Oder eben nicht, und der Kern weiß dann nichts von dem schlechtem?
      Als Kind kann man dem echt nicht entfliehen, vor allem nicht, wenn fast alle in dem Leben des Kindes irgendwie involviert sind. Ein Kind weiß nicht, was Manipulation, Konditionierung oder Programmierung ist. Bei den beiden letzten brauch ich auch noch Nachhilfe, obwohl Sofie auf ihrem Blog schon viel erklärt hat.
      Ich weiß nicht ob wir programmiert wurden, auch wenn das sehr wahrscheinlich für mich erscheint. Hatte neulich neue Flashbacks mit nem Inhalt, der dies sehr vermuten lässt, vor allem in Bezug auf das was ich in zwischen erfahren habe. Früher hätte ich das nie geglaubt, da wusste ich aber nichts von sadistischen Porno Drehs, Folter, Partys und vom Verkauft werden. Vieles geht doch aber auch über Konditionierung, oder? Programmierung geht doch nur von Leuten, die genau wissen was sie tun, was recht hohe Intelligenz voraussetzt. Bei Organisierten Kreisen sicher kein Problem. Und was ich inzwischen weiß, waren gerade für die „Folter“ mit dem von mir vermuteten Grund der „Ausbildung“, Ärzte beteiligt. Er war (ist?) Frauenarzt, sie Zahnärztin, in deren Wohnung (?) und Praxis…
      Programmierung könnte durch „Zufall“ beim wiederholtem Trauma mit Abspaltung entstehen oder ist es dann „nur“ eine Konditionierung? Zum Beispiel bei welchen, wo ein Vater immer wieder bestimmte grausamen Dinge tut und verlangt oder so? Intelligenz dann nicht unbedingt notwendig?
      Zwang, Qualen, vorgegaugelte „Liebe“ kann in einem kleinem Kind doch so viel Angst und „Wollen“ bewirken, dass das Kind alles tut was welche verlangen. Und je jünger es ist, je länger und je häufiger so was geht, um so mehr wird es verankert, nicht mal hinterfragt. Erst recht, wenn dieses Kind nichts anderes kennt. Dazu muss es nicht „wissenschaftlich fundiert“ programmiert werden, oder? Tut es nicht auch so alles, was verlangt wird und jeder Zeit?
      Das sind so meine Fragen, vielleicht aus der Hoffnung heraus, dass es bei uns doch keine Absicht dahinter war. „Bullshit, natürlich war es Absicht“ sagt wer in mir. Ja, das stimmt! Die haben welche von uns dazu ausgebildet an anderen Kindern und Frauen und Männern Dinge zu tun, Dinge, die die anderen Kinder zum Heulen und Schreien brachten… Dabei kann ich es nicht ertragen wenn jemand weint! Eine hält sich für ei schreckliches Monster, weil sie so böse Dinge gemacht hat, doch weiß sie nicht was es war. Eine andere erzählt tatsächlich was sie machte, und sie findet das ok, auch wenn die anderen Kinder weinen, weil es sich so gehört…!!!
      Ich verliere mich wieder und weiß gar nicht mehr worauf ich hinaus wollte.
      Ach ja, die Schuld. Als Kinder bestimmt nicht, das ist purer Zwang und Manipulation, egal ob Programmierung oder Konditionierung, denke ich. Solange Niemand in diesen Wesen erwachsen wurde und gelernt hat was falsch und richtig ist, was Gesetze sind, was echte Liebe ist, was gut geschultes Gewissen ist, kann man ihm keine Schuld andichten, denke ich. Wenn es aber zu einer Erwachsen Person wurde und die Anteile immer noch Kinder und Jugendliche sind? Hat der Erwachsene Teil dann das sagen, nur weil es Erwachsen ist und Bescheid weiß? Vielleicht kommt es auch auf den Grad der DIS an, wie viel Kontrolle/Blackouts es gibt und wie viel Co-Existenz.
      Ich wusste ewig nicht von der DIS, selbst als die Diagnose irgendwann da war, war sie bei uns in „Vergessenheit“ geraten. Innis, die im Therapie-Bericht auftauchten, waren mir unbekannt… Ich dachte, die Therapeutin hat gelogen, um weiter Stunden zu begründen! Ich lerne sie erst jetzt, nach so vielen Jahren nach der Diagnose kennen. Vielleicht war es nötig, den Vater Tod zu sehen und auf der Beerdigung auch so manche Menschen von Damals und die Gespräche der anderen über Damals zu hören, um durch Flashbacks erfahren zu können/müssen was geschehen ist. Erst jetzt bekomm ich Kontakt zu vielen anderen, früher kannte ich manche, aber nicht deren Geschichten.
      Und wie soll man jemand kontrollieren, von dem man nicht weiß, dass es ihn gibt und was er tut? Nun musste ich über 40 Jahre alt werden, um so weit zu sein, aber ich arbeite auch daran, im Gegensatz zu meiner Mutter. Ich glaube, wir können es irgendwann kommunizieren und den kleinen erklären und lieb lehren was okay ist und was nicht. Aber es ist heute noch nicht möglich, zB. Selbstverletzung zu kontrollieren. Was soll Mutter dann kontrolieren, wenn sie vielleicht noch niemand kennt, weil sie nichts oder nur wenig erinnert, und ihre Innis für sie Humbug sind und weg gelacht werden, wenn man ihr erzählt was die gesagt und getan haben (Harmloses) und sie nichts von weiß.
      Ich hasse sie wirklich nicht. Andere in uns vielleicht. Die Wut ist berechtigt und hat nichts mit Hass und Rache zu tun. Die Wut ist nach einem Flashbacks eskaliert, weil man der armen G so übles antat, sie fast Tod war, und Mutter dabei grinste und mit irgendwem fi…, es sie aufgeilte dem zuzusehen, oder bei A hat sie mitagiert und dirigiert, oder bei O es allein gemacht hat, bloß zu prügeln war ja nicht geil genug…
      Wenn die Wut weg war, gab es aber keinen Hass, weder bei mir, noch G, A, oder O. Trauer, Verletzung, Angst – mehr ist da nicht. Enttäuscht bin ich, aber nicht nur von ihr, sondern der ganzen Menschheit. Wusste ich jedoch mit Gewissheit, dass sie wissentlich und absichtlich so handelte (wobei die mit mir scheinbar gut Geld machte, sonst könnte sie keine Wohnung oder Pelze kaufen), und heute nur so tut, als würde sie alles vergessen haben und alles bloß zu eigenen Schutz abstreitet, dann würde ich sie vermutlich echt zu tiefst hassen, und sie anzeigen, auch wenn das meiste verjährt ist und ich eh nichts beweisen kann. Ich würde kämpfen für meine armen Innis, wie eine Löwin um ihre Kinder! Beweise wegen der Katzen sammeln und sie auch deswegen anzeigen! Und mein Mund nicht halten, sondern jedem sagen was sie getan hat, auch wenn sie alles verleugnet.
      Aber sind alle DIS -Täter unschuldig nur weil sie DIS haben? Können die wirklich keine echten Entscheidungen treffen? Nicht mal die, sich einsperren zu lassen, wenn jemand in denen schlimme Anzeichen sieht? Werden gute Anteile in solchen Tätern betrogen, oder gibt es vielleicht keine guten Anteile und alle sind nur voller Hass? Mit Gier nach Reinszinierung und Wiederholung, um vielleicht das eigene Leid in ein gutes Licht zu stellen (so wie meine Täterintrojekte meinen, jeder braucht und will es gefoltert zu werden, weil es so toll, geil und lebenswichtig sei), um alles irgendwie zu verarbeiten? Haben die nirgends ein Gewissen? Oder merken und wissen die echt gar nicht, wenn da Täterintrojekte aktiv waren und das eigene Kind vor dem ANP zusammen zuckt und voller Wunden ist? Sind die blind, oder wollen es nicht sehen? Oder agieren über Jahre nur Täterintrojekte und ein ANP gibt es nicht, der was merken könnte? Vielleicht weil der ANP nur auf der Arbeit ist und daheim nur die Täterintrojekte und die gegenseitig nichts von einander wissen? Geht das irgendwie überhaupt? Vielleicht sind die aber einfach ohnehin böse wie Kain, oder König Saul im späterem Leben, auch wenn sie keine DIS hätten?
      Doch ich suche Mutters Unschuld, da ich inzwischen Teile weiß was Opa A angetan hat, weil ich weiß dass er meine Tante vor Augen der Familie genommen hat (auch sie scheint DIS zu haben, ist zB. mit ihren über 70 Jahren auf allen vieren auf dem Boden gekrabelt und dabei wie ein Kleinkind geredet). Ja, fast alle in dieser Familie sind merkwürdig, Alkoholismus und Suizid inbegriffen. Wurde Mutter programmiert? Vom Opa? Vom Gefühl her, halte ich den nicht für intelligenten Programmierer, sondern für einen sadistischen Nazi, der seine Kriegsdinge „verarbeiten“ (nett und ironisch ausgedruckt) wollte.
      Schuld… Von einem weiß ich ganz sicher, dass er schuld an allem mitträgt: Satan! Bei den anderen soll Gott es sehen!
      Viele DIS Betroffene halten alle Täter für schuldig, egal was sie erlebten, jedoch nicht die eigenen Eltern, waren sie noch so brutal. Sie werden sauer, wenn man eigene Täter in Schutz nimmt, doch sagt man ihnen, deren Eltern-Täter war böse, gehen sie in die Bresche, weil man doch so was nicht von den Eltern behaupten kann, man Eltern irgendwo trotz allem liebt.
      Manche unserer Innis halten bestimmte Täter für ganz lieb, die besten, und nett, oder die einzigen, die sie lieb gehabt haben in ihrem Leben. Eine meint, der Täter liebte sie so sehr und fand sie so toll, dass er sogar ohne Zwang und Anweisung mit ihr schlafen wollte, das muss einfach Liebe sein. Dabei ist sie noch ein Kind, auch wenn die sich selbst älter fühlt. Nur die bösen oder sadistischen werden als echte Täter angesehen.
      Sind diese „lieben“ weniger schuld als die bösen? Oder die Elterntäter besser als die „fremden“?
      Sicher ist nur: SO ETWAS DÜRFTE ES GAR NICHT GEBEN! Schuld hin, Schuld her!
      Ich glaube auch nicht, dass Mutter sich ändern kann. Lange habe ich gehofft, gebettelt, erklärt, ja selbst meine Betreuer zu ihr mit genommen. Die Wirkung hielt höchstens ein Gespräch lang, dann wußte sie nicht mal mehr wieso ich krank bin und was das überhaupt für ne Krankheit sein soll. Ich hab schließlich ne Freundin gehabt und mal gelacht und habe so gut ausgesehen früher, also bin ich gesund, soll mich nicht so anstellen, am Riemen reißen und arbeiten gehen. Ist ja schließlich peinlich und ich hätte ja keinen Grund für Rente, weil ich nicht im Rollstuhl bin. Ich soll doch alles vergessen und nicht so ein blödes Zeug erzählen, das ist unmöglich und peinlich…

      Welche Art Gruppe es war?
      Gute Frage! Gott spielte ne große Rolle für Tante und Mutter, die anderen weiß ich nicht. Wir mussten immer in der Kirche anwesend sein, aber es war eine evangelische Gemeinde, für mich persönlich jetzt nichts unnormales. Aber G erlebte Partys wo diese Kirchen-Leute immer kammen. Es hatte mit Orgien, Foltern, Drogen zu tun und sie war nicht das einzige Kind, besagter Arzt war auch dabei. Bestrafung spielte ne Rolle, sie bestimmten was gut sei und was bestraft gehört und „Sex-Dinge“ waren gut…
      Mehr weiß ich davon nicht.
      M musste bei sadistischen Pornos mit „spielen“, andere Kinder aus dem Alltag gab es dort auch…
      Etliche Bilder gibt es mit verschiedenen Leuten an vielen Orten, abgefangen mit nem Auto und wer weiß wo hin gebracht. Ich sah Geldübergaben, nach dem wir mit einem allein sein mussten…
      Ob das alles zusammen gehört weiß ich nicht.
      Und es gab mehr, viel mehr, aber in anderen Zeiten, sogar in einem anderen Land.
      Keine Ahnung woher Mutter so viele kannte, aus anderen Ländern zum Beispiel, wobei meine Schwester vermutet, es waren welche, die die besagte Kirche besuchten…
      Und in dem anderen Land, gingen die und auch wir in eine kleine evangelische Gemeinde, immer.
      Das muss nichts heißen, könnte aber.
      Ich habe nicht genug Informationen, nicht genug Erinnerungen, um da durch zu steigen. Mir fehlen diverse Jahre! In den Flashbacks kommen unsortierte Fetzen des Ganzen. Die Geschichten mancher Innis, die ich schon mal sah, kenne ich nicht oder nur wenige Ausschnitte. Oder aber die haben selber Lücken, weil da andere übernommen haben. Ich kenne nicht alle. Jemand schreibt und erzählt Namen, die mir unbekannt sind. Manchmal will ich das alles auch lieber nicht wissen. Ich wär echt nicht mehr am Leben, wenn ich dieses ganze Wissen, was ich inzwischen hab, früher schon ertragen müsste. Ich bin heute zu kaum was fähig, niemals hätte ich die Ausbildung oder Arbeit gepackt, es war auch so schon schwer, weil manche von uns Suizid machen wollten und es auch versuchten. Sie wollten sich mit Drogen betäuben, Saufen, Kiffen und halt sterben… Es wäre unmöglich das zu überleben mit dem heutigem Wissen, ich war schon damals völlig überlastet und hab kaum geschlafen, und das mit im Vergleich gesehen „harmlosen Paparlap“.

      Ich halte es in zwischen für organisiert. Viel mehr kann ich dazu aber noch nicht sagen.

      Es ist wieder ein Roman geworden, tut mir leid… Hmm, eigentlich sollte das in mein Blog, wenn es schon öffentlich wird.

      Liebe Grüße

  4. Liebe Vergissmeinnicht,
    danke für deine Antwort und deine Gedanke, due du so ehrlich mit mir teilst.
    Hmmm – ehrlich gesagt: Ich wünsche es euch, dass ihr anonym seid. So ganz sicher bin ich mir da nicht. Deshalb (und aus Interesse) habe ich auch gefragt, aus welcher Gruppe ihr kommt. Je nachdem wie wichtig ihr für „die“ seid, ist das mit der Anonymität so eine Sache. Die Frau die ich begleitet habe kam aus sehr hohen Kreisen und war/ist anscheinend recht wichtig für die. Wir (die Frau und ich und andere Helfer) sind uns sehr sicher, dass email Austausch. sms, Telefonate etc. nie nur unter uns blieben. Wir Helferinnen haben das Gefühl (und einige Dinge, die passierten sprechen dafür), dass sie irgendwie alles mitbekommen, was wir mit dem PC, Handy usw machen. Ich selber habe dann irgendwann für mich entschieden, dass es mir egal ist, was sie alles mitbekommen. Natürlich haben wir ganz wichtige Infos dann mündlich abgesprochen, aber wenn wir en PC nicht mehr benutzt hätten und das Telefon…hätten wir zu wenig Austausch gehabt. Also musste eine gewisse „ist mir egal-Haltung“ her. Außerdem meine ich immer, dass Öffentlichkeit auh ein gewisser Schutz sein kann. Aber ich schreibe das aus Sicht einer Unterstützerin.
    Also, je nachdem, wie „wichtig“ du noch für die bist, oder wie „unwichtig“ (was ich in diesem Falle wünschen würde) – kann es sein, dass sie doch irgendwie mitbekommen, was du mit deinem PC tust. Das muss nicht so sein – kann aber. – Und dass du Kontakt zu mir hast, auch – weil ich glaube ich schon in meinen Aktivitäten beobachtet werde. Wenn dir das also unangenehm ist, dann kann ich es gut verstehen, wenn du es nicht willst. Ich will nur, dass du es weißt.
    Mache einen Absatz – geht gleich weiter.

  5. Ob der Kern letztendlich die Möglichkeit hat, auszusteigen – anders zu handeln – sich zu widersetzen. Das weiß ich nicht. Ich glaube, der Kern kann auch gut versteckt ganz tief im Innen liegen. Sicher hat er eine Auswirkung auf einige Andere – vielleicht auch auf viele Andere – je nach System usw. Ich glaube der Kern spiegelt die wahre Persönlichkeit wieder – und ist die Mitte der Person, die zu Gott Kontakt aufnimmt, sich nach ihm und dem Guten ausstreckt. Und ich glaube in den Kern können die Anderen hinein integriert werden. (wenn es soweit ist)
    Bei der jungen Frau lag der Kern (ihre wahre Persönlichkeit (erst tief versteckt). Zu einem besonderen Zeitpunkt ist sie (der Kern) durch Gebet hervorgekommen. Ich und zwei andere Unterstützerinnen hatten im Gebet die Schlüsselworte gehört, ausgesprochen (nachdem wir sehr lange nachgefragt haben, ob es in Ordnung ist zu dem Zeitpunkt) und dann kam sie hervor und wir bekamen auch den Namen. Das war ein sehr berührendes Ereignis.
    Jede Integration, die danach kam, war dann in idese Kernpersönlichkeit hinein, die auch dann nach und nach die Kontrolle übernahm (vorne blieb).
    Ich kann mir aber vorstellen, dass das erst möglich war, weil bestimmte Prozesse voreher stattfanden. Wir hatten vorher nie mit der Person zu tun. Ich glaube sie war sehr gut (auch vor anderen im Innen) versteckt gewesen.

    Vergissmeinnicht – ich überlege gerade, inwieweit unser Austausch für dich/euch gut ist, und wo es zuviel sein könnte. Ich will, dass es euch nicht schlecht geht durch den Austausch. Deswegen trete ich jetzt mal auf die Bremse und beende hier. Mir schien die Frage nach dem Kern und Entscheidungsfreiheit war euch wichtig. Aber bitte prüft, wieviel und was euch gut tut. Und signalisiert mir das bitte!

    Ganz liebe Grüße, Bettina

      1. Hi, bin auch gerade da. Kann es sein, dass du mich anders verstanden hast als ich es meinte? Ich war besorgt, dass ich zu viel aufwühle. Für mich ist das ok mit dem Kreis 😉 Liebe Grüße!

      2. Keiner wühlt was auf, es ist seit dem Tod meines Vaters von allein am „aufwühlen“. Es arbeitet dauernd in uns, soll kommen, was eben dran ist.
        Mach dir keine Gedanken um uns, wir kommen schon klar. Dieses Thema ist zwar wichtig, aber gleichzeitig laufen auch noch andere, die viel heftiger für uns sind, wie die Flashbacks-Themen und unsere Zweifel-Schleifen…
        Alles gut also.

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