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Am 20.02.2018 um 21.50 zeigt ARTE eine Reportage über Kinderhandel. Es geht um Kinder, die als Haussklaven oder zu Prostitutionszwecken verkauft werden. Andere werden dazu gezwungen zu betteln oder zu stehlen. In den Inhaltsangaben zu dieser Dokumentation wird erwähnt, dass das Thema Kinderhandel in der Politik noch nicht angekommen ist.

Ich denke das gilt nicht nur für die Politik, sondern für unsere Gesellschaft. Das Thema ist so erschreckend und grausam, man möchte gar nicht wahrhaben, dass so etwas geschieht. Dass es nicht nur Einzelfälle sind, sondern dass organisierte Kriminalität dahinter steht und es einen Markt dafür gibt. Der gar nicht mal so klein ist. Früh lernen wir in der Schule, dass der Markt durch die Nachfrage bestimmt wird. Und das gilt auch hier. Gäbe es keine Nachfrage, gäbe es auch keine kriminellen Organisationen, die es sich zu Aufgabe machen, für das Angebot zu sorgen. Die Nachfrage muss also recht rege sein. Insider bestätigen das. Ebenso sind die Nachfragenden dazu bereit hohe Preise zu bezahlen. Das Geschäft ist lukrativ. Über den Zusammenhang davon, dass das Thema in der Politik noch nicht (oder zum. unzureichend – ich glaube das „noch gar nicht“ dürfte auch nicht so ganz stimmen) angekommen ist, Nachfrage und Preise aber hoch sind, kann man nachdenken.

Nun mal etwas persönlicher. (TRIGGERWARNUNG: wenn du Opfer von Missbrauch bist, lies bitte hier zum Selbstschutz nicht weiter.) In den letzten Jahren kamen ein paar Menschen zu mir in die Seelsorge, die dieses Schicksal selber erfahren haben. Einige davon haben einfach ihr Herz ausgeschüttet und wollten es mal jemandem erzählen, der ihnen möglicherweise glaubt. Ein paar durfte ich über einen längeren Zeitraum begleiten. Sie alle sind Deutsche, sie erzählen (mit ihren eigenen Worten) alle sehr ähnliche Erfahrungen und alle haben einen bestimmten Hintergrund: sie erlebten rituelle Gewalt und wurden als Mädchen und Jungen von klein auf an „Kunden“ verkauft oder weitergereicht. Sie alle schildern, dass sie die sexuelle Gewalt und körperliche Folter in verschiedenen Kreisen erlebten: an allererster Stelle in satanistischen Settings, bei Riten und Messen, die in diesen Kreisen üblich sind. In prostitutionsähnlichen Settings, zu denen sie nachts gefahren wurden, sowohl auf dem Lande als auch in der Großstadt, in Arztpraxen, Kellern, Gaststätten , Fabrikgebäuden usw. Weitere Kreise: rechtsextreme und linksextreme Gruppierungen, elitäre Clubs, Sado-Maso Kreise und das Militär. Und dann auch an Privatkunden, die es sich leisten konnten. Scheinbar sind alle diese Kreis miteinander vernetzt.Die Kinder werden von klein auf abgerichtet und in ihrer Persönlichkeit gespalten, damit sie funktionieren und ein „normales“ Alltagsleben am Tage leben können, ohne dass das Ganze auffliegt. Die Personen, die mir das erzählten hatten ein „ganz normales“ Alltagsleben (von außen betrachtet) nebenher. Sie erzählten aber auch von anderen Kindern, die nicht registriert wurden und auch in diesen Kreisen zeitweise ihre Leidensgefährten waren.

Gerne leugnet unsere Gesellschaft dieses Thema, bezeichnet es als Phänomen, das anzuzweifeln ist. Es gibt eine ganze Bewegung, die dagegen arbeitet, dass diese Vorkommnisse als Tatsachen anerkannt werden, die false memory Bewegung, der auch einige Psychotherapeuten angehören. Wenn man etwas tiefer in dem Thema drin steckt, erkennt man, dass auch hier Absicht dahinter steckt und dass die Täter gut organisiert sind. Ritueller Missbrauch un Kinderprostitution sind nur ein „Zweig“ des Kinderhandels. Aber dies ist ein großer Zweig. Und wir sollten, auch wenn das Thema weh tut und schreckliche Gefühle mit sich bringt, die Augen nicht länger davor verschließen. (Ausgenommen alle, die durch diese Thema getriggert oder destabilisiert werden.)

Ich weiß nicht, inwieweit die Reportage auf Arte in dieses Themenfeld vordringt. Kinderhandel zu Prostitutionszwecken wird ja genannt – ob sie auch in das Feld des rituellen Missbrauchs vordringt? Jedenfalls bin ich dankbar, dass dieser ganze Themenkreis durch mutige Journalisten immer mehr in die Medien vordringt.

https://www.arte.tv/de/videos/066303-000-A/kinderhandel-mitten-in-europa/

 

 

 

 

10 Gedanken zu “Kinderhandel – mitten in Europa

  1. In der Politik nicht angekommen?
    Das kommt auf den Blickwinkel an. Siehe den Bericht der ARD vor einigen Jahren:

    Und was war die Reaktion darauf? Welche Folge hatte es für Thomas de Maizière?

    Ich möchte mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber die Politik weiß mehr als im Außen sichtbar werden darf. Und doch bleibt alles wie es ist, aus guten Gründen für sie…

    Schade, dass man deine Beiträge nicht liken kann. Dann lass ich dir wenigstens an dieser Stelle ein ❤️ da.

    1. Hallo Vergissmeinnicht, wenn ich den link kopiere komme ich glaube ich nicht auf die Seite, die du meintest, sondern auf ganz dubiose Sachen. – Ich bin ganz deiner Meinung. Ich glaube auch, dass viele Menschen in der Politik eigentlich Bescheid wissen. Aus unterschiedlichsten Gründen wird aber wenig daran gearbeitet… Ich denke da wahrscheinlich an dieselben Gründe, an die ihr denkt. 😦
      Man kann meine Beiträge im wordpress reader liken. Aber nur da. Das habe ich wegen der neuen Datenschutzverordnung für mich so entschieden. Danke für das Herz. Ich sende euch auch eines: ❤

  2. Da ich mich auch schon eine ganze Weile mit dem Thema beschäftige, kann ich sagen, dass es leider wahr ist. Es gibt zu viele Berichte von Opfern und Zeugen. Wie du schon schreibst, das Thema wird öffenlichkeitswirksam nicht ordentlich wahrgenommen. Man hört nur immer wieder in Drittsendern wir Arte oder auf Blogs und speziellen Webseiten davon, besonders auch christliche Organisationen klären z.T. viel auf. Nur, dass das wohl zu wenige Menschen lesen.

    Kannte deinen Blog noch nicht, finde gut, was du schreibst. Mach weiter so! Danke für deine Berichte, sie sind wichtig und wertvoll!

      1. Nicht persönlich, Gott sei Dank, aber in den letzten Jahren kamen mir viele, viele Berichte dazu unter. Kennst du die Missionsorganisation OM? Die brachten vor etlichen Jahren mal ein Gebetsheft mit heftigen Hintergrundinfos raus.

      2. Ja – OM kenne ich. Das ist toll, dass du dich informierst und betest – die Betroffenen brauchen Gebet und die Helfenden auch… Hast du Lust unsere Gruppe betend zu begleiten?

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