Es ist die Zeit von Maibäumen, Tanz in den Mai und verniedlichenden Hexenbräuchen. Wenn man Beltane und Walpurgis googelt, dann liest man über esoterische oder volkstümliche Bräuche, die von alters her durchgeführt wurden, um der Fruchtbarkeit zu huldigen und sie herbei zu locken. Dass neben all diesen Bräuchen noch ganz andere, zutiefst grausame Rituale um den 30. April und 1. Mai herum stattfinden, steht auf den meisten dieser Seiten nicht.

Durch Begleitung von Überlebenden aus ritueller Gewalt bin ich auf viele „Festtage“ in diesen Kreisen aufmerksam geworden. Und eben auch auf das, was außer lustigen Tänzen und esoterisch bis erotischen Bräuchen zu Walpurgis und Beltane sonst noch so stattfindet. In den Kreisen, in denen rituelle Gewalt stattfindet, werden Kinder und Erwachsene gequält und vergewaltigt. Kinder werden vorsätzlich gezeugt. Es gibt Blutopfer und Kannibalismus.  Ja – das hört sich an wie Inhalte aus skandinavischen, düsteren Thrillern. Und die Meisten werden dies als Märchen und Übertreibungen abtun. Aber die Überlebenden, egal ob Frauen oder Männer, berichten übereinstimmend von diesen Praktiken. Und ihr Horror ist real. Und der Horror, der in diesen Kreisen stattfindet, ist leider auch real.

Für AussteigerInnen bleibt dieser Tag ein Schrecken. Die Erinnerungen, Körpererinnerungen und viele Ängste sind durchzustehen. Heute schrieb Sofie von Sofies viele Welten darüber. Und ihr Artikel beschreibt sowohl den Schrecken und das Unfassbare, als auch einen Weg der Hoffnung, der Zurückeroberung der Selbstbestimmung. Und sei es durch Tränen.

Tränen erzählen

Danke Sofie, für dein Mit-Teilen.

Wer mehr über rituelle Gewalt erfahren möchte, kann auch auf Sofies blog fündig werden. Auf kluge und einfühlsame Art beschreibt sie ihr eigenes Erleben, als auch ihren Heilungssweg. Und sie ergründet viele der Folgen, die Überlebende erleiden. Zum Beispiel das Viele-Sein (DIS), denn die meisten Überlebenden haben viele Abspaltungen von ihrer Kernperson (und dann auch von bereits abgespaltenen Persönlichkeiten), zum Teil gezielt, zum Teil als Nebenprodukt der Traumata, zum Teil als Überlebensmechanismus, erlitten.

An Sofies Bericht hat mich auch besonders berührt, wie sie beschreibt, dass die Kinder, die dieses unfassbare Leid erdulden, am 2. Mai bereits wieder in der Schule sitzen. Und dass niemand sie in diesem Leid wahrnimmt. Weil sie darauf programmiert wurden (da kommen dann die vielen Außen- und Innenpersonen ins Spiel) unter allen Umständen normal und unauffällig zu wirken und Alles geheim zu halten. Ihr Lehrer, Nachbarn, Pädagogen, Eltern von Schulkameraden, … und ihr Beter: denkt auch an diese Kinder. Vielleicht auch nur, indem ihr das erste mal den Gedanken zulasst, dass es real sein könnte. Und dass auch in eurer Klasse, Nachbarschaft, in eurer nahen Umgebung solche Kinder sein könnten. Wie sehr wahrscheinlich das ist, würden euch die Überlebenden erzählen, wenn sie mit euch darüber sprechen könnten.

Es wäre schön, jetzt einen positiven oder versöhnlichen Schlussgedanken aufschreiben zu können. Es würde mir nicht gelingen und es wäre auch nicht angemessen. Das Grauen ist für viele Menschen, für viele Kinder, in unserem Land und überall auf der Welt, nicht nur zwischen Buchdeckeln zu finden. Sie erleben es an ihrem Leib und ihrer Seele und ihrem Geist. Wir sollten anfangen, nicht mehr weg zu schauen – sondern sie zu sehen.

10 Gedanken zu “Walpurgis, Tanz in den Mai und Beltane – über verniedlichende Volksbräuche und erschreckende Wirklichkeiten

  1. Bei dem Thema mag ich gar nicht „gefält mir“ sagen, aber danke, dass du das aufgreifst und thematisierst. Gott segne dich, wenn du Menschen, die solche Erfahrungen machen mussten, begleitest. Ich wünsche jedem einen Menschen, der ihn wahrnimmt – und Heilung von Jesus.

  2. Ich bin erschüttert, denn ich habe noch nie von so etwas Schrecklichem gehört. Man muss doch noch mehr für diese Betroffenen beten, damit sie heil werden. Amen. Ich fange gleich damit an.

    1. Danke, Sieglinde. Beten scheint einem ein bisschen lächerlich vorzukommen, angesichts des Schreckens. Aber wir wissen um die Macht des Gebets – und dass sie viel verändern kann. Damit fängt das Handeln an.

  3. Gut, dass du über dieses Thema berichtest. Dass Praktiken, die eigentlich im tiefsten Mittelalter und weit davor zu finden waren, auch heute noch passieren, sagt viel aus über die „Zivilisierung des Menschen“. Der Irrsinn lebt.

  4. Der Gefällt mir Button ist leider gar nicht da, ich würde ihn gerne drücken, weil du super in Worte gefasst hast, was in dieser Welt im Verborgenem passiert.
    Das und noch mehr, es gibt viele solcher „Feiertage“. Und viele verschiedene Kulte und Sekten, die solche Tage als Deckmantel für ihre Perversionen nutzen.
    Danke für das in die Welt hinaus schrei(b)en. Alle sollen es wissen und aufmerken.

      1. Leider habe ich auch das Gefühl. Aber in den Kommentaren konnte ich zumindest eine Person lesen, für die es neu war und die sich das sicher zu Herzen nahm. Eine Person ist mehr als keine, auch wenn es global gesehen vielleicht nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist.

      2. Ja – und es gibt wahrscheinlich aus Leser, die nicht kommentieren und das Thema ein bisschen näher, oder sogar nahe an sich heranlassen. Es ist ja auch nicht so leicht zu verdauen und auch kaum zu glauben. Die Täter gehen so geschickt und perfide vor. Und sind in der Gesellschaft ja bestens integriert und vernetzt. Du weißt ja Bescheid… aber die meisten können das kaum glauben. Mir geht es hin-und wieder auch so, wenn ich Neues darüber erfahre, dass ich am Anfang denke: das kann nicht sein, das ist doch jetzt bestimmt aus der Verletzung heraus entstanden und die Person erlebt es zwar so… aber das ist doch jetzt echt zu krass. Und dann höre ich es von vielen Seiten… schaue genauer hin… erlebe wieder etwas dazu oder höre Neues und merke: doch – es scheint wahr zu sein. So eine unglaublich teuflische Sache ist das. Dass Mensche dazu imstande sind, das erschreckt, und wahrscheinlich gehen Viele deswegen lieber in die Leugnung… Aber bei anderen Themen war es auch so – und dann ist doch die Wahrheit durchgebrochen. Allerdings ist für mich persönlich dieses ganze Thema das Schlimmste, von dem ich weiß. Da ist die Mauer der Leugnung bestimmt auch besonders dick….

      3. Mauer der Leugnung! Ein guter Ausdruck.
        Wir haben uns gerade eben bei ARD Die Story im Ersten angesehen. Thema: was Deutschland bewegt Vergewaltigt. Wir zeigen an!
        Da kann man diese Mauer mal wieder ganz deutlich sehen. Es schockt wie mit Opfern umgegangen wird! Als ob auch da überall bezahlte involvierte drin stecken würden. Die Straffe: 2 Jahre auf Bewährung ist doch auch ein großer Wizt, wenn deswegen sogar ein ungeborenes Leben drauf geht. Der kommt nicht mal in den Knast, ne wirklich tolle Straffe!
        Ist zwar ein anderes Thema als rituelle Gewalt, aber wenn nicht einmal Opfern, deren Vergewaltigung gefilmt wurde geglaubt wird und sie vor Gericht erneut traumatisiert werden, wie soll es dann jemals mit dieser Mauer besser werden bei rituellen Gewalt?

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