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Wenn wir in den Urlaub fahren, haben wir zwei Kisten mit Büchern dabei. Trotz e-book-Reader und (diesmal überraschenderweise) WLAN. Vier Vielleser erfordern diesen Reiseproviant. Dieses Jahr beschäftigten mich besonders Bücher, die Begebenheiten aus der Geschichte anderer Länder erzählten. Auf der Durchfahrt durch drei Länder fiel mir zudem auf, wie wenig wir über die Geschichte einiger Länder wissen. Deutsche Geschichte haben wir in der Schule ausführlich behandelt. Altertümliche Geschichte ist auch schulisch und im Theologiestudium ganz gut aufbereitet worden. Französische Monarchie und die Revolution: ausführlich. Amerikanische Geschichte: seit der Entdeckung Amerikas; die Einwanderungs-Wellen, amerkanische Revolution und Unabhängigkeit: ja. Sklaverei und die Aufhebung derselben: ja (auch im Studium und berufshalber). Und überhaupt alles, was seit dem zweiten Weltkrieg geschah: sehr ausführlich und durchaus kritisch. Amerikanische Geschichte vor der Besiedelung durch die europäischen Einwanderer: sehr dürftig bis fast nichts. Kolonialgeschichte anderer europäischer Staaten: gestreift. Die Geschichte Italiens: ein bisschen Mussolini. (Ach ja – römisches Reich natürlich). Kalter Krieg, Kommunismus: sehr ausführlich. Ein bisschen altes China und Japan, Mongolei. Aber die Geschichte anderer Länder: Afrikanische Staaten, Südamerika: nur das, was mit der Kolonialzeit zusammenhing und aufgrund der Länderfülle dieser Kontinente vermute ich: nur mangelhaft. Der Osten, abgesehen vom Kommunismus und Nationalsozialismus: nee. Asien: sehr düftig. Und auch die Geschichte unserer unmittelbaren Nachbarn: Niederlande, Belgien, Luxemburg, Schweiz, Polen. Abgesehen vom 2. Weltkrieg: nichts. Unsere Nachbarn auf der Insel: ein bisschen Kolonialherrschaft, Unabhängigkeitskonflikte Irlands, Teilautonomie Schottlands: dürftig gestreift. William the Conqueror: eher im Englisch-Leistungskurs davon gehört, oder durch Rebecca Gablé. Heutige muslimische Welt: nee – vielleicht in der 5. Klasse mal ein bisschen Arabien. Indien: nur, was die Kolonialzeit betrifft, Ghandi und aus dem Theologiestudium ein bisschen über den Hinduismus. So wenig weiß ich über die Geschichte anderer Länder. Und so viel Spannendes gibt es zu entdecken. Und so Vieles zu verstehen.

Meine Lesetipps aus dem Urlaub:

Wolfram Fleischhauer: Drei Minuten mit der Wirklichkeit. Ein interessanter Roman, der die Zeit der Militärdiktatur (1976-1983) aufarbeitet. Sich mit den Desaparecidos auseinandersetzt. All das eingewoben in eine Geschichte des Tangos. Hier auch zwei kurze Berichte über die Mütter der Plaza de Mayo:   https://amerika21.de/2017/05/175715/40-jahre-madres-plaza-de-mayo  http://www.bpb.de/internationales/amerika/lateinamerika/44628/menschenrechtsbewegung

Christina Baker Kline: Der Zug der Waisen: ein aufrüttelndes Buch über ein (weiteres) dunkles Kapitel in der amerikanischen Geschichte. Ein Artikel dazu: https://www.welt.de/geschichte/article136639459/Amerikas-Waisenzuege-die-andere-Form-der-Sklaverei.html

Mark Sullivan: Unter blutrotem Himmel/Beneath a Scarlet Sky: ehrlich gesagt, der Schreibstil dieses Buches ist mir persönlich ein bisschen zu einfach. Die wahre Geschichte, die hier verarbeitet wird, ist es aber wert gelesen zu werden: Pino Lella, ein italienischer Jugendlicher, schließt sich im besetzten Italien dem Widerstand an und hilft dabei, Juden über die Alpen in die Freiheit zu schleusen. Hier ein Artikel aus der Sicht des Sohnes Pino Lellas: https://fee.org/articles/my-fathers-role-in-the-fall-of-fascism/ Und ich wusste es gar nicht, aber dieser Roman wird auch verfilmt: https://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.verfilmung-von-unter-blutrotem-himmel-tom-holland-diesen-helden-verkoerpert-der-hollywood-star.2c106d74-14a8-4e99-a65c-a43628f00669.html

Und noch ein Lesetipp aus meinem Kirchenbund: Ein https://www.baptisten.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/i-have-a-dream-50-jahre-nach-kings-tod/ Ein hochaktuelles und gelungenes Interview mit Andreas Malessa über Martin Luther King, seine Bedeutung für denBaptismus, und darüber was wir von MLK und seinem gewaltlosen Widerstand für unsere heutige politische Situation lernen können. Über dieses Interview und seine theologischen Aussagen habe ich mich besonders gefreut.

Viel Spaß beim Lesen!

 

 

 

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