Angeregt von dem Austausch mit Pauline s gestern zu meinem letzten Beitrag  Wo ist der neue König? Hochglanzgottesdienste, Bordelle und die Suche nach der Gegenwart Jesu

veröffentliche ich heute zum ersten mal ein Video. Es ist von Bruxy Cavey und begleitet mich jetzt seit zweieinhalb Jahren. André, mein Mann, und ich predigen das „Evangelium mit Stühlen“ immer wieder und geben es an Kollegen weiter, weil wir den Inhalt für so wichtig halten.

Im Prinzip geht es darum, dass Gott sich nie, nie von seinen Menschen abgewandt hat. Die meisten Menschen, die in Kirchen und Gemeinden groß geworden sind, haben eine verdrehte Lehre mitbekommen, die davon handelt, dass Gott so heilig ist, dass er uns Menschen in unserer Sünde nicht ertragen konnte, keine Gemeinschaft mehr mit uns ertragen konnte, und sich von uns abgewandt hat. Was für eine Irrlehre. Die Folgen dieser verdrehten Sichtweise sind furchtbar. Viele glauben an einen Gott, der zornig auf uns ist. Der uns bestraft, der uns in Versuchung führt, der Krankheit und Leid zulässt, um uns etwas zu lehren. Wie furchtbar, dass viele von uns das hörten, glaubten und weitergaben. Das „Evangelium mit Stühlen“ ist auch für Menschen interessant, die nicht an Gott glauben, und abgeschreckt sind durch so manche Botschaft, die ihnen von Christen weitergegeben wurde.

Niemals hat Gott sich von seinen geliebten Menschen abgewandt. Er ist uns immer nachgelaufen, hat sich uns immer wieder zugewandt. Hat sein Leben gegeben, um uns wieder nach Hause zu holen.

 

 

Eine der Aussagen, die Bruxy hier macht, würde ich nicht unterschreiben: dass Gott das Volk Israel ins Exil führte, um in ihnen einen Hunger nach ihm zu wecken. Gott, der Vater, so wie Jesus ihn offenbart hat, ist gut. Keine Finsternis ist in ihm. Kein Leid kommt von ihm. Er lässt seine Kinder nicht leiden, um sie etwas zu lehren. Leid und Krankheit, Schmerz und Gewalt kommen aus einer anderen Quelle. Niemals von Gott. Wer sehen will, wie Gott ist, muss auf Jesus schauen. Wie hat Jesus gelebt, was hat er getan? Was hat er gepredigt? Wie hat er sich Menschen gegenüber verhalten? Damit hat Jesus uns gezeigt, wer Gott ist und wie Gott ist.

Falls Nachfrage da ist, würde ich den Inhalt des Videos übersetzen. Ich denke, für die meisten ist es verständlich.

Das „Evangelium mit Stühlen“, auf englisch: „The gospel in chairs“, wurde ursprünglich von einem orthodoxen Priester erzählt. Es existieren einige Versionen im Netz. Davon mag ich noch gerne diese empfehlen, weil Briand Zahnd hier auch auf einige Details eingeht, die ich super finde.

 

Bruxys Version ist einfach, schlank und leicht verständlich. Wenn André und ich das „Evangelium mit Stühlen“ erzählen, setzen wir auch wieder einige andere Schwerpunkte. Wichtig ist, dass wir verstehen: das ist es, was die Bibel meinte. Das ist das ursprüngliche Evangelium. So gut ist Gott, und so liebt er uns.

 

 

 

13 Gedanken zu “Das Evangelium mit Stühlen – oder: warum Gott sich niemals von uns abgewandt hat

      1. Unter Wechselwirkungen verstehe ich z.B., wenn ein Gegenstand Licht, andere elektromagnetische Wellen oder Schallwellen reflektiert, oder wenn ein Gegenstand Licht, Schallwellen oder was auch immer aktiv ausstrahlt, die wir passiv wahrnehmen können. Auch Gravitation verursacht Wechselwirkungen, die wir beobachten können.
        Manche Wechselwirkungen können wir nur mittels Messinstrumenten feststellen, wie z.B. Ultraschall oder ultraviolette Strahlung, Radiowellen etc.
        Für Wechselwirkungen zwischen Menschen untereinander stehen uns einige Kommunikationsmöglichkeiten zur Verfügung — Sprache, Schrift, Bilder, Gestik und Mimik — und Geräte wie Computer.

        Welche dieser Wechselwirkungen kann man bei „Gott“ beobachten oder sonstwie feststellen — und wie können wir sicherstellen, dass es sich dabei nicht um bloße Ideen in unseren Köpfen handelt ?

        Eckhardt Kiwitt, Freising

      2. Hallo Eckhart, ich war ein bisschen irritiert, weil dein erster Kommentar 5 min nach meinem Post erschien und ich den Eindruck hatte, in der Zeit kann man sich mit dem video gar nicht beschäftigt haben… Ich fürchte, auf die physikalischen Fragen und eine Frage nach einem Gottesbeweis, kann ich nicht antworten. Vielleicht gibt es einen blog, wo es da interessanten Austausch geben könnte. Ich bin weder in Physik gut, noch beschäftige ich mich intensiver mit Apologetik. Falls jmd das liest, der da bewandert ist oder einen Tipp hat, welcher blog da interessant ist, immer her damit. 🙂 Ich selber erlebe Gott. Habe eine Beziehung mit ihm und rede mit ihm. Ich erlebe, dass Menschen durch Jesus heil werden an Leib, Seele und Geist. Das alles kann man von außen betrachtet super wegdiskutieren, das ist klar. Für mich jedoch sind es klare Zeichen, dass es Gott gibt, Er ist oft so anders, als ich denke und überrascht mich. Das sind jetzt keine befriedigenden Antworten auf deine Fragen, aber alles, was ich dazu antworten kann. Viele Grüße!

      3. Kleiner Nachtrag:

        In der FAZ schrieb kürzlich jemand (zwar im Zusammenhang mit der Weihnachtsgeschichte, aber das ist austauschbar) von einer „Projektionsfläche menschlicher Sehnsucht“.
        https://www.faz.net/aktuell/politik/warum-die-weihnachtserzaehung-der-gegenentwurf-gegen-wut-und-hass-ist-15957531.html

        Sein Beitrag schloss mit den Worten
        „Wenn es einen Gegenentwurf gibt gegen eine Welt, in der Wut und Hass obsiegen wollen, in der Wehrlosigkeit als Schwäche und Gewalt als Stärke gilt, dann ist es die Weihnachtserzählung.“

        Unter diesem Gesichtspunkt kann ich dem etwas abgewinnen.

      4. Ja – so kann man das alles deuten. Wie im anderen kommentar: man kann alles psychologisch oder naturwissenschaftlich deuten, wenn man das möchte. Ich erlebe es anders. Wenn eine junge Frau nach 2 Minuten gebet frei ist von Fybromyalgie, Depressionen und einigen anderen Sachen, dann wäre für mich tatsächlich auch eine psychlogische Deutung und eine naturwissenschaftliche sehr schwer zu begründen. Ich schätze, da könnte man ewig diskutieren. Wenn du der Überzeugung bist, Gott gibt es nicht, es ist alles Projektionsfläche und ich der Überzeugung: Gott ist lebendig und wirkt in meinem Leben und in dem der anderen sichtbar – dann könnten wir uns ewig im Kreise drehen. Das wäre müssig. – Schön finde ich die Deutung, mit der der Beitrag aus der FAZ schloss. Ich deute das Weihnachtsgeschehen zwar anders, das ist ersichtlich, wenn man meinen blog liest, aber für jmd, der nicht an Gott glaubt, ist dies eine schöne Erkenntnis. Ich fürchte nur, sie würde wenig verändern. Echte Veränderung in Konflikten; Hass usw kommt nur durch Vergebung und eine Herzensveränderung. Da haben Glaubende wahrscheinlich einen Vorteil. Auch wenn ich zugeben muss, dass es oft misslingt und ich wünschte es gäbe mehr lebendige Beispiele dafür. Wobei… einige gibt es ja 🙂

  1. Habe zwar nicht jedes einzelne Wort verstanden, doch genug, um das „Spiel“ mit den Stühlen zu verstehen. Total cool… Vor allem zum Ende sage ich „Jajaja“. Da sind die Stühle schon ausdrucksstark. Doch, geht das „Gott in mir, ich in ihm“ nicht auch ohne Jesus? „Niemand kommt zum Vater denn durch mich“, daran hakt es bei mir oft… Wieso weshalb warum Jesus dafür benötigt wird?!?!

    1. Jesus ist ja nicht einfach ein guter oder weiser Mensch. Jesus ist Gott, der in unser Menschsein hineingekommen ist, um unser Leben zu teilen und zu zeigen, wie der Vater ist. Der Begriff Dreieinigkeit ist ein Konstrukt, um es besser zu verstehen, trifft es aber auch nicht ganz. Der Vater, der Sohn (Jesus) und der Heilige Geist sind Gott. Sie sind ganz eins, und doch drei. Es bleibt ein Geheimnis… Wenn Jesus sagt: „Niemand kommt zum Vater, als nur durch mich“, dann meint das: Ihr könnt Gott nur als Vater erleben, wenn ihr meine Botschaft und mein Leben empfangt. Jesus zeigt, wie der Vater ist. Natürlich haben auch Juden und Muslime einen Zugang zu Gott. Aber sie kennen Gott nicht als Vater. Ich nehme noch mal den Vers aus Johannes 1: Er (Jesus/ Gottes Sohn) kam in das Seine (die Welt, die ihm gehört), doch die Seinen (die Menschen, die er doch erschaffen hat) nahmen ihn nicht auf. (Sie erkannten ihn nicht… viele lehnten ihn ab) Aber denen, die ihn aufnahmen, gab er das Recht, Gottes Kinder zu sein, denen, die an seinen Namen glauben. Wenn man in diese Beziehung zu Gott will, dann hat das was mit Jesus zu tun. Geht, indem man ihn aufnimmt. Ich hoffe, dass das etwas nachvollziehbar ist.

  2. Etwas zu glauben finde ich durchaus OK, insbesondere, wenn daraus Positives erwächst, und solange man die Glaubensinhalte nicht absolut setzt, sondern sich die Möglichkeit des Hinterfragens offen lässt.

    Glauben tun Wissenschaftler auch, wenn sie z.B. an die „Dunkle Materie“ / „Dunkle Energie“ glauben, die das Weltall angeblich ganz überwiegend ausfüllt, bei der sie jedoch keine Wechselwirkungen beobachten, von denen sie sagen könnten, dass diese ursächlich auf die Dunkle Materie / Dunkle Energie zurückzuführen sind. Sie beobachten im Weltall Gravitationsanomalien, für die sie derzeit noch keine Erklärung haben, also „glauben“ sie etwas. Aber sie hinterfragen es auch; und sie bestrafen niemanden, der es nicht glaubt.

    Bei manchen Religionen (und manchen anderen Ideologien) habe ich allerdings Bedenken, dass dort letztlich ein Personenkult gepflegt oder zum Personenkult verführt wird — bei modernen „Wanderpredigern“ oder Fernsehpredigern / Youtube-Predigern (nicht nur den religiös inspirierten, auch bei manchen, die politisch motiviert sind) sehe ich diese Gefahr. Personenkult ist oft der Einstieg in Despotismus — das ist von einigen Sekten bekannt, aber auch aus totalitären Systemen / Staaten.

    Schöne Grüße aus Freising
    Eckhardt

    1. Ich glaube, das Glaube sich nur entwickeln kann, wenn er immer wieder hinterfragt wird. Zweifel sind ein gutes Werkzeug wirkliche Tiefe im Glauben zu entwickeln. Personenkult finde ich auch furchtbar. Ich lerne aber gerne von Leuten, die Dinge gut durchdacht haben und das gut rüberbringen. Im Glauben darf es keinen Despotismus geben. Deshalb liebe ich die Gewaltlosigkeit, die Jesus predigte und lebte. Viele Grüße aus dem hohen Norden in den Süden 🙂

    1. Wir haben es jetzt hier im letzten Jahr zweimal gemacht. Wobei ich immer versucht bin, es doch nochmal zu machen, weil das gefühl da ist, dass viele noch in den alten Bahnen denken. Man hat ja auch jahrzehntelang die Version gehört, die nicht so biblisch ist. Das sitzt tief… Hmm – falls wir uns dazu entscheiden, können wir Bescheid sagen. Ansonsten kann man uns auch gerne woanders hin einladen 🙂

  3. Hallo Bettina,
    die Illustration mit den Stühlen finde ich genial.

    Ja, Gott schaut nicht weg, wenn er Sünde sieht. Meine Vermutung ist, dass die Worte Jesu am Kreuz „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ keine Zustandsbeschreibung, sondern ein Zitat sind – Psalm 22, die Juden wussten, wie der Psalm weitergeht. Dort fühlt sich David verlassen – aber am Ende wird deutlich: nein, Gott hat ihn nicht verlassen. Und genauso fühlen sich die damaligen Juden von Gott verlassen (was sollen diese Römer im Land?!) – aber Jesus identifiziert sich mit diesem Leiden.

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