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Für den Dezember gibt es keine „Bilder des Monats“. Nachdem mein Handy vermutlich gehackt wurde, und auf die Reise zum Handydoc ging, wurde es auf einem Parkplatz in Schleswig Holstein, sich in einer Tasche befindend, von einem Auto überrollt. Der Fahrer ist unbekannt. Die Besitzerin der Tasche fand das Handy kaputt und unbrauchbar vor. Das alles ereignete sich im ersten Drittel des Dezembers, und seit gestern bin ich im Besitz eines neuen, funktionierenden Handys und habe auch schon ein paar Photos machen können.

Statt der „Bilder des Monats“ möchte ich über mein Bild des Jahres 2018 schreiben. Auch wenn mir jetzt schon bewusst ist, dass ich das eigentlich gar nicht kann. Mir werden die richtigen Worte fehlen, um zu beschreiben, was ich gesehen habe. Es ist zu groß, zu fremd, zu nah und zu fern, zu lebendig und zu unbewegt zugleich. Es war für mich persönlich und ich kann es nicht an andere weitergeben. Aber ich kann beschreiben, was es mir bedeutet und warum es mich begleitet.

Es war ein Herzenswunsch seit Langem: einmal das Gesicht Jesu, das Angesicht Gottes sehen. Meine Herzensfreundin erlebt Jesus seit langen Jahren so, dass er oft nachts an ihrer Bettkante sitzt. Sie kann ihn dann sehen und er redet mit ihr und dient ihr. Ich hatte auch schon Bilder von Jesus. Vor allem, wenn ich für andere betete, konnte ich sehen, was er gerade an ihnen tat. Für mich selber war es seltener, und ein Aspekt, der komplett fehlte, war, dass ich sein Gesicht sehen konnte. Seine Augen hatte ich einmal gesehen, aber nicht sein Gesicht. Ich habe lange gebetet, dass Gott mir diesen Wunsch erfüllt. Seine Stimme hören ist gut. Ihn sehen, und dass was er zeigt und tut, ist gut. Aber sein Gesicht sehen, das ist doch noch einmal etwas anderes. Eine andere Intimität, ein anderes Erkennen. Letztlich: eine andere Art der Beziehungstiefe.

Auf einer Konferenz, zu Pfingsten, habe ich es dann erlebt. In der Anbetungszeit. Es wurde gesungen, in Sprachen gesungen, und es gab Zeiten der Stille. Ich hatte mich wieder hingesetzt, nachdem ich im Stehen angebetet hatte. Und ich fragte:“Was willst du mir sagen?“ Und dann war es da. Ich kann es gar nicht beschreiben. Ein Bild oder ein Vision? Auf jeden Fall sah ich das Gesicht Gottes (es war das Gesicht des Vaters und Jesu in einem, so interpretiere ich es für mich) auf eine Art der Dimensionalität, mit der ich nicht gerechnet habe. Das Gesicht Gottes hat mich umhüllt. Es war über meinem Kopf, es war vor mir und oben vor mir. Es war zu meiner rechten Seite und rechtsoben über mir, es war hinter mir und oben hinter mir. Wie eine Kuppel, die zusammengesetzt ist aus mehreren gleichen Gesichtern, die riesig waren, und mich umgaben. Nur an der linken Seite fehlte ein Stück in dieser Kuppel. Ich bat Gott, auch dort mit seinem Angesicht zu sein, und mich völlig einzuhüllen. Er sagte mir, dass er dort nicht sei, weil ich mich von etwas Bestimmten lösen sollte. Nachdem ich das getan hatte, schloss sich das Bild. Das Angesicht Gottes war um mich herum, die Kuppel bestand aus seinem Angesicht und umgab mich vollkommen. Sein Gesicht war alt und zeitlos zugleich. Es war undendlich groß. Es war fremd und doch bekannt. Es war fern und  nah zugleich. Lebendig und gleichzeitig unbewegt. Es war ganz anders, als ich es mir vorgestellt hatte. Ich kann es unmöglich so beschreiben, dass jemand anderes eine Vorstellung davon bekommt, was ich gesehen habe. Gott hat sich mir gezeigt. Ganz anders, als erwartet. Und ich war komplett geborgen in seinem Angesicht.

Das, was ich gesehen habe, begleitet mich seitdem. Ich kann das Bild wieder abrufen, ich erinnere es. Das Erlebnis (also was ich empfunden habe, und den heiligen Moment) kann ich nicht wiederholen. Trotzdem bleibt dieses Bild für mich verfügbar und ich hüte es wie einen kostbaren Schatz.

Vor ein paar Tagen habe ich mein Gebetstagebuch der letzten Zeit quergelesen. Und etwas fiel mir auf: Immer wieder redet Jesus, redet der Vater zu mir und sagt: „Schau auf mich!“ In den verschiedensten Situationen. Ich habe eine bestimmte Not: „Schau auf mich!“ Ich bitte um etwas: „Schau auf mich!“ Ich ärgere mich über etwas, was in meiner Gemeinde passiert oder mich verletzt, etwas, was jemand zu mir sagte: „Schau auf mich.“ Es ist noch mehr, was Gott mir dann sagt, aber eben immer wieder verbunden mit dieser Aufforderung: „Schau auf mich“.

Schau nicht auf die Situation. Hör nicht auf das, was die Leute sagen. Fixiere dich nicht auf das Problem. Schau nicht auf dein verwundetes Herz. Blicke nicht im Ärger immer wieder auf das, was dir Ärger bringt.  Sondern schau auf mich. Schau mich an. Schau mir ins Angesicht.

Ich bin dankbar für diesen ziemlich langen Augenblick zu Pfingsten. Ich bin dankbar, dass Gott sich mir so gezeigt hat, wie er es da getan hat. Ich bin dankbar für diesen Moment der Intimität und Ewigkeit zugleich. Und ich komme immer wieder zurück in diesen Moment. Willentlich. Manchmal denke ich nicht daran. Da bin ich so fixiert auf etwas anderes, was mir nicht gut tut. Aber dann erinnert mich seine Stimme: Schau mich an.

In seinem Angesicht ändert sich meine Perspektive. Vor seinem Angesicht ist Ruhe. Wenn ich ihn anschaue, werde ich frei. Lebendig. Heil. Froh.

Das Verrückte ist: sein Angesicht ist immer um mich herum. Wie wäre es, wenn mir das immer bewusst wäre. Wenn ich in allem auf ihn schauen würde. In sein Gesicht. In seine Liebe. Es braucht noch Übung, und ich bleibe dran. Sein Angesicht weckt einen Hunger in mir, nach mehr von ihm. Sein Angesicht wird mich immer begleiten. Und so werde ich auch im neuen Jahr umgeben sein.

Der Segen seines Angesichts gilt allen Menschen und das möchte ich dir für das neue Jahr zusprechen:

4. Buch Mose 6, 24–26:
Der Herr segne dich und behüte dich;
der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig;
der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

4 Gedanken zu “Das Bild des Jahres – das Angesicht Gottes

  1. Wow, ein wundervoller Moment und sooo kostbar 😍😇💖❣️
    Und so berührend zu lesen, wie Jesus sagt: „Schau mich an!“ …nicht die Sorgen, Probleme und Ängste! Das hat mich gerade umgehauen, tief berührt & ermutigt!
    Danke fürs Teilen des sehr persönlichen Momentes 😃💖❣️

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