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Vor Kurzem hatte ich in einem Seelsorgegespräch ein ganz klares Bild vor Augen: ein Strauß nur aus Vergissmeinnicht und Maiglöckchen. Im Gespräch ging es um mangelndes Wertgefühl und das Gefühl, nicht gesehen zu werden. Ich fragte bei Jesus nach: „Ist das Bild von dem Blumenstrauß meine eigene Sehnsucht nach Frühling, oder ist es ein Bild für die Person, die hier mit mir sitzt?“ Jesu Antwort: „Sage ihr, dass ich sie liebe und ihr genau diesen Strauß mit diesen Blumen schenke.“
Als ich diesen Eindruck weitergab, schossen der Frau, mit der ich redete, Tränen in die Augen. Und sie sagte: „Das sind meine zwei Lieblingsblumen.“ Wir konnten weiter darüber arbeiten, wie wertvoll diese Frau für Jesus ist, und dass er sie mit ihren Wünschen und ihrer Persönlichkeit sieht.
Nicht immer ist es so einfach, das zu tun, was Jesus sagt. Ich war alleine mit der Frau, und ich weiß, dass sie mich mag. (Allerdings kennen wir uns noch nicht ganz so gut. Ich habe sie noch nie besucht, und ich wusste auch nichts über ihre Lieblingsblumen – jetzt schon…)
In anderem Situation fällt es mir viel schwerer, das zu tun, was Jesus sagt. Zum Beispiel, wenn ich in einer größeren Gruppe bin, wir füreinander beten, und Jesus sagt, ich solle zu einer der Personen gehen, mich vor sie knien und in Sprachen (Zungenrede) etwas für diese Person singen. Ich bin nicht ganz unmusikalisch, in Gemeinschaft singe ich gerne und rein die Altstimme. Aber wenn ich ganz alleine singe, bin ich so unsicher, dass ich schief und brüchig singe. Das weiß ich ganz genau… es war schon immer so. Und wenn dann hinzu kommt, dass es ein Sprachengesang sein soll, wird es noch schwerer für mich. Und noch schiefer…
In den Kreisen, in denen ich geistlich unterwegs bin, ist Sprachenrede oder Sprachengesang zudem immer noch etwas, was man – wenn überhaupt – nur im Keller oder im stillen Kämmerlein tun sollte. Klar, das ist ein Missverständnis. Aber es ist noch in den Köpfen drin. Und von daher ist es ungemütlich, genau das dann vor einer ganzen Gruppe von Menschen zu tun. Es kommt nicht so oft vor. Aber immer mal wieder. So wie neulich. Also habe ich kurz mit mir gekämpft. Und es dann getan. Mich vor die Person gekniet. Gesagt: Ich lerne gerade, immer das zu tun, was Jesus mir sagt. Und dann habe ich – schief und brüchig und unsicher – in einer mir unbekannten Sprache (naja – inzwischen kenne ich sie – aber ich verstehe sie nicht) gesungen und die Hände der Person vor mir dabei gehalten. Nur kurz.
Einen Tag später traf ich die Person in der Stadt. Sie strahlte und sagte, dass ihr ganz warm wurde, während ich für sie sang. Und dass sie währenddessen eine Antwort erhalten habe. Und zwar auf eine Frage, die ihr arg zu schaffen gemacht hat. Und dass die Antwort sie ganz leicht und froh gemacht habe. Das hat wiederum mir gut getan, denn es ist erleichternd und macht mich froh, wenn ich höre, dass das, was ich hörte und tat, Sinn macht.
Natürlich habe ich auch schonmal erlebt, dass ich etwas hörte, das Gehörte dann weitergab oder tat, und die Frage offen blieb, ob das Sinn machte. Und ich habe mich, da bin ich mir sicher, auch schonmal verhört. Mein Gespür dafür, was Jesus sagt wird aber immer feiner, je mehr ich tue, was er sagt. Und es wird leichter zu unterscheiden was er sagt – und was ich denke. Ich bin mir inzwischen meist sehr sicher.
Neulich hat Jesus mir etwas gesagt, das ich tun soll, was sehr weit über die Beispiele hinausgeht, die ich oben beschrieb. Etwas, was existentielle Konsequenzen haben wird. Für mich 😉
Es wird Menschen geben, die mich für verrückt oder leichtsinnig halten werden. Ich glaube, wenn ich nicht vorher im Kleinen geübt hätte, hätte ich nicht den Mut, diesen Schritt zu gehen. Ich bin mir bei diesem Gehörten sehr sicher. Auch wenn manchmal zweifelnde Gedanken kommen, weiß ich doch nach einem Moment der Besinnung wieder ganz fest: Das ist der Weg, den ich gehen soll.
Das ist es, wann und wie ich es tun soll. Es ist noch nicht spruchreif, deshalb schreibe ich noch nicht mehr darüber. Ich denke, dass ich das später nachholen werde.
Als Maria zu den Küchenleuten sagte: „Was er (Jesus) sagt, das tut.“, war das sicher auch eine seltsame Situation für diese. Es ist Jesu‘ erstes Wunder. Sein Ruf eilt ihm noch nicht voraus. Es ist verrückt, die Krüge mit Wasser zu füllen und sie dem Küchenmeister zum Abschmecken zu bringen, wenn das Problem doch ist, dass der Wein ausgegangen ist. Warum die Bediensteten das tun, was Jesus sagt, erfahren wir nicht. Aber wir erfahren, dass sie es tun. Und als der Küchenmeister, der von alledem nichts mitbekommen hat, empört ist, dass man diesen besten Wein den Gästen zum Schluss vorsetzt, wenn diese doch die Qualität vor lauter Trunkenheit vielleicht schon gar nicht mehr würdigen können, da erweist sich das Hören und Tun als der Schlüssel zu einem einzigartigen, wunderbaren und sinnesfreudigen Wunder: Aus Wasser wurde Wein. Und zwar der beste Tropfen des ganzen Festes.
Was er sagt, das tut. Der Schlüssel zu lebendigen, wunderbaren Erlebnissen mit Jesus liegt vor uns.
Die Mutter Jesu spricht zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut! Johannes 2,5
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20 Gedanken zu “Was er euch sagt, das tut

  1. Mein Impuls: „Fragst du Jesus auch, ob das, was du sagen oder tun sollst, JETZT dran ist? Manchmal ist die Zeit vielleicht noch nicht reif, auch wenn nächste Schritte sehr klar erscheinen.“… Finde es sooo großartig, dass du anderen Menschen begegnest und sie begleitest😀

  2. Gott vertrauen ist immer ein (kleines oder großes) Abenteuer. Schöne Beispiele. Segen für deinen nächsten Schritt!

    „Seinetwegen habe ich allem, was mir früher ein Gewinn zu sein schien, den Rücken gekehrt; es ist in meinen Augen nichts anderes als Müll. Denn der Gewinn, nach dem ich strebe, ist Christus;
    es ist mein tiefster Wunsch, mit ihm verbunden zu sein.“ (Philipper 3, 8-9 NGÜ)

  3. Es sind sehr schöne Beispiele. Also ich glaube ja nicht an Jesus oder Gott,aber ich habe große Bewunderung für all diejenigen die glauben können.
    Und trotzdem muss ich etwas frage. “ Tue was er sagt “ schriebst du oder so ähnlich, aber ist man dann nicht fremdbestimmt und weg von der eigenen Meinung?Man tut einfach etwas ohne zu fragen oder zu verstehen,nur weil Jesus das so sagt?
    Es tut mir leid wenn ich so frage,aber ich möchte wirklich verstehen

    1. Hallo Anmatis, danke für deine Zeilen und deine Frage. Die kann ich gut verstehen. Es bliebt immer meine Entscheidung, ob ich tue, was er sagt. Er zwingt mir seine Meinung nicht auf. Und er würde mir nie sagen, etwas zu tun, was mir schaden würde oder anderen. Manchmal ist es aber eine Herausforderung. Wie in meinem zweiten Beispiel. Manches kostet Überwindung. In meinem Falle, weil ich Menschenfurcht habe, oder mir etwas peinlich ist. Mir war aber innerlich total klar, dass es für die Person richtig gut und liebevoll sein würde, das zu tun. Dass es sie nicht erschrecken würde, sondern ein zeichen der Liebe von Jesus wäre. Trotzdem fiel es mir ein bisschen schwer, das habe ich beschrieben. Hinterher war es aber auch für mich gut, es gemacht zu haben. Vor allem dann, als sie mir erzählte, was es bei ihr ausgelöst hat. Was ich von Jesus höre, kann ich auch daran überprüfen, ob es seinem Wesen entspricht, so wie ich ihn kenne und wie die Bibel ihn beschreibt. Wenn das nicht übereinstimmt, würde ich sagen, ich habe das wohl selbst nur als Gedanken im Kopf gehabt. Wenn Jesus z.B. sagen würde (o ooo – jetzt mal schnell ein passendes Beispiel finden… was keine Haken hat…): behandle diese bestimmte Person lieblos / sprich nicht mehr mit ihr / springe aus dem Fenster/ unterdrücke deine Gefühle etc. , dann wüsste ich, dass das nicht wirklich von Jesus kommt und würde es abtun. Spannend ist es, dass ich oft den Sinn nicht weiß bei solchen Dingen. Und es dann ein Wagnis ist. Und dann (nicht immer, aber oft) hinterher durch die Reaktion von einem anderen Menschen deutlich wird, dass es Sinn hatte. So wie in den Beispielen. Und meist brennt mein Herz tatsächlich für das, was er sagt. 🙂 Bei der existeltiellen Sache z.B. brauche ich echt viel Mut und immer mal wieder schwappen Sorge und Angst hoch. Aber es ist sooo stimmig für mich. Ich hoffe, ich konnte ein bisschen das treffen, was du fragen wolltest. Falls nicht, hake gerne nach.

      1. Ja danke für diese Erklärung. Ok wenn es für dich stimmig ist und dein Herz dafür brennt ist es ja auch völlig in Ordnung. Und wie ich schon sagte, ich habe allergrößten Respekt vor Menschen die sich Jesus oder Gott oder wen es da alles gibt ,so öffnen können.
        Es klingt für mich nur immer so,als ob die sich niemals irren könnten und das erscheint mir immer so unwahrscheinlich…
        Und vielleicht (na ja …. das fällt mir jetzt schwer zu sagen) na ja vielleicht ist es bei mir auch etwas Neid, das viele Menschen glauben können und ich mich frage… ja woran glaube eigentlich ich? (Peinlich ,peinlich)

      2. Nee – eigentlich ist das gar nicht peinlich. Ich finde es gut, dass ihr ehrlich damit umgeht und eure Fragen stellt. Und auch , dass ihr das mit dem Neid äußert. Könntet ihr ja auch mal Richtung Gott werfen, den Neid (nur wenn ihr wollt). – Und wie ich ja auch in dem Artikel schrieb, habe ich auch schonmal geirrt. Wenn ich etwas für jemand anderen höre, sage ich auch immer, dass ich auch irren kann und die Person das für sich selbst prüfen und entscheiden kann. Ich übe das mit dem Hören jetzt auch schon viele Jahre. Und es ist ein bisschen so wie mit den meisten Sachen. Was man oft tut, da wird man sicherer drin.

      3. Mmmh…..vielleicht spielen da ja noch viele andere Sachen bei uns eine Rolle, aber ich danke dir für die ausführlichen Erklärungen

      4. Ja, das kann gut sein. Ich weiß ein bisschen davon aus den Erzählungen anderer Menschen. Ich kann nachvollziehen, dass es sauschwer sein muss, etwas zu glauben oder auch zu vertrauen. LIebe Grüße!

  4. Liebe Bettina, über den Sprachengesang, von dem Du hier schreibst, habe ich noch nie gehört (ich singe ja ganz gerne…und alle möglichen Stile, kenne das aber nicht….) – wie klingt das? Wie kann ich mir das vorstellen? 🙂
    …und auf den Weg bzw. Schritt, den Du gehen sollst….auf den bin ich sehr gespannt, ich hoffe, Du lässt uns hier noch mehr darüber wissen….! 🙂
    Liebe Grüße

    1. Lieber Farouk, das ist die Sprachenrede, oder auch Zungenrede genannt. Das Neue Testament berichtet davon. Beim ersten Pfingsten kam der Heilige Geist auf die Menschen, die sich wegen Jesus weiterhin trafen (und auf die Ankunft des Heiligen Geistes warteten, weil Jesus das ihnen ganz zum Schluss versprochen hatte), und sie fingen alle an, in verschiedenen , ihnen unbekannten Sprachen zu reden. Apostelgeschichte 2: Das Kommen des Heiligen Geistes
      1 Und als der Tag des Pfingstfestes1 erfüllt war, waren sie alle an einem Ort beisammen.
      2 Und plötzlich geschah aus dem Himmel ein Brausen, als führe ein gewaltiger Wind daher, und erfüllte das ganze Haus, wo sie saßen.
      3 Und es erschienen ihnen zerteilte Zungen wie von Feuer, und sie setzten sich2 auf jeden Einzelnen von ihnen.
      4 Und sie wurden alle mit Heiligem Geist erfüllt und fingen an in anderen Sprachen3 zu reden, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.
      5 Es wohnten aber in Jerusalem Juden, gottesfürchtige Männer, von jeder Nation unter dem Himmel.
      6 Als aber dieses Geräusch4 entstand, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt, weil jeder Einzelne sie in seiner eigenen Mundart reden hörte.
      7 Sie entsetzten sich aber alle und wunderten sich und sagten: Siehe, sind nicht alle diese, die da reden, Galiläer?
      8 Und wie hören wir sie, ein jeder in unserer eigenen Mundart, in der wir geboren sind:
      9 Parther und Meder und Elamiter und die Bewohner von Mesopotamien und von Judäa und Kappadozien, Pontus und Asien5
      10 und Phrygien und Pamphylien, Ägypten und den Gegenden von Libyen gegen Kyrene hin und die hier weilenden Römer, sowohl Juden als auch Proselyten6,
      11 Kreter und Araber – wie hören wir sie von den großen Taten Gottes in unseren Sprachen reden?
      12 Sie entsetzten sich aber alle und waren in Verlegenheit und sagten einer zum anderen: Was mag dies wohl sein?
      13 Andere aber sagten spottend: Sie sind voll süßen Weines.

      Die Sprachen, die sie da sprachen waren also vom Heiligen Geist gegeben. Und weiterhin liest man dann in den Briefen an die Gemeinden im Neuen Testament der Bibel, dass es eine der Geistesgaben ist. (Andere sind z.B.: Prophetie, Heilung, Erkenntnis usw.) Sie dient zur Auferbauung (ha – ein sehr frommes Wort – meint: seelisches ermutigt sein), dazu, dass man für etwas beten kann, auch wenn einem die eigenen Worte fehlen, und hat auch teilweise prophetischen Charakter. Ergänzt wird sie durch die Gabe der Auslegung. Also, dass jemand übersetzt, was da gesprochen wurde, ohne dass derjenige die Sprache kennt. Manchmal wörtlich – oft auch durch Bilder oder sowas. Wie in meinem Beispiel: die Frau hat eine Antwort bekommen. Das war sicherlich keine wortwörtliche Übersetzung dessen, was ich da sang. Ich glaube, die Sprachenrede katalysiert oft, dass andere etwas empfangen von Gott. Und man kann das sprechen oder auch singen. Ich singe gerne in Sprachen. Nur eben nicht so gerne als Solo mit Zuhörern 😉 Ich habe das bekommen, als ich 21 war. Da hatte ich eine schwere Zeit und habe gebetet und geweint, und wusste plötzlich: wenn ich will, kann ich jetzt in Sprachen beten. (Ich wusste ja, was das ist). Bei mir war es also nichts, was über mich kam, sondern etwas, was ich entscheiden konnte zu tun. Und so ist es weiterhin: ich kann das entscheiden, ob ich in Sprachen beten oder singen will. Und es hat oft was tröstliches. Und manchmal habe ich danach auch eine geistliche Erkenntnis, die ich vorher nicht hatte. Oder ich mache das in der Seelsorge für jemanden (frage vorher, ob das ok ist) und die Person erlebt dabei was mit Jesus. Also ganz unterschiedlich. Bestimmt gibt es da noch mehr, wie es sich bei anderen Menschen zeigt und auswirkt. Viele liebe Grüße!

      1. …ich wage zu glauben…dass es kein „Zufall“ ist, dass wir uns hier bzw. jetzt begegnen…

        Ich danke Dir für Deine Erzählung und die Bibelzitate – ich werde gleich in meiner nachschauen und sie mir anstreichen…

        …hey….das ist toll! 🙂

        Liebe Grüße!

      2. Mich freut das auch sehr, dass wir uns hier schreiben und lesen können. 🙂 Mal sehen, was daraus entsteht.
        Vielleicht schreibe ich demnächst mal mehr zu der Sprachenrede. Viel Spaß dir beim Entdecken. Viele liebe Grüße!

  5. Hallo Bettina, danke für deinen Beitrag! Ich denke „Tu, was er sagt!“ ist wohl eine der größten Herausforderungen, aber gleichzeitig auch einer der wichtigsten Schlüssel in unserem Glaubensleben! Über Jesus steht ja auch immer geschrieben, dass er nur tat, was er den Vater im Himmel tun sah und nichts aus sich selbst heraus. Darin liegt die Vollmacht, mit der er große Zeichen und Wunder getan hat! Ich wünsche mir sooo sehr, dass wir an seinem Beispiel lernen, die Stimme des Vaters zu hören, um in Existenz zu rufen, was er sagt. Denn, was er sagt, das geschieht! Und das ist doch, was wir in diesen Zeiten so dringend brauchen, dass die LIEBE eingreift und ihre Wunder tut! Ich sehne mich so sehr danach, das zu sehen und ich danke dir, dass du uns mit deinem Beitrag ermutigt hast!

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