Ich muss einfach schon wieder schreiben. Trotz Krankheit und Erschöpfung – es muss einfach raus. Heute las ich einen Beitrag von Birke auf Zeitenmosaik. Birke ist auf dem Weg zu erinnern, dass sie in ihrer Kindheit organisierte sexuelle Gewalt erlebt hat. Unter dem Titel: „Frei.gegeben worden sein“ schreibt sie:

Bin ich ein Stück Scheiße?
Dieses Eingeladen werden, dass sie es mit mir genießen dürfen…
Dass sie tun dürfen, was ihnen gefällt…
Dass sie es mit mir machen dürfen, von vorne von hinten, wie sie es mögen…
Dass es ihnen frei steht, solange sie dafür bezahlen…
Dass ich ihnen zur Verfügung stehe, solange sie wollen…

Wer hat ihnen diese Tür zu mir geöffnet???
Wer hat mich freigegeben?
Alle dürfen mich nehmen…
Es war ihnen erlaubt. Nicht von mir…
Die Tür ging auf.
Und ich… ihnen ausgeliefert

Immer wieder denke ich da dran…
Dass sie machen dürfen, was sie wollen…
Wie sie es wollen…
Solange sie es wollen…
Mit mir

Und ich habe zu tun, was befohlen wird…
Gewünscht von ihnen.

Ich habe keine (andere) Wahl.

Kaum ist der eine fertig, kommt der nächste…
Da kannst du nur noch hoffen und zittern und bangen…
Ums Überleben

Beim Lesen kamen in mir starke Wut und Verzweiflung hoch. Die Frage: kann man diesen Wahnsinn denn nicht stoppen? Wenn man das Monster „sexueller Missbrauch“ auch nie ganz wird beseitigen können, so muss es doch Wege geben, diese großen Gruppierungen von ritueller Gewalt und organisiertem Missbrauch an Kindern zu stoppen. Sind sie wirklich so übermächtig? Brauchen wir es tatsächlich gar nicht zu versuchen? Kann man am Ende doch immer nur einzelne Betroffene, die es geschafft haben zu überleben, dabei unterstützen mit dem vielfach zerbrochenen und zerstückelten Leben so gut wie möglich klarzukommen? Und währenddessen machen diese Gruppierungen dann einfach weiter, und zerstören munter viele weitere Kinderleben?

Ich möchte so laut schreien können, dass es überall gehört wird. Ich möchte schreien: Schaut hin, was es in diesem Land auch noch gibt. Realisiert, dass es diese Parallelwelten gibt. Realisiert, dass es diese Gruppierungen nicht gäbe, wenn die Nachfrage nach (pervertierten, mit Folter vermischten) Sex mit Kindern nicht gäbe. Hier. Mitten unter uns. Hört auf, zu verharmlosen. Hört auf, wegzuschauen. Tut endlich etwas.

Mich begleitet das Thema schon lange. Mit achtzehn las ich das Buch „Aufschrei“ von Truddi Chase. Anstatt mich auf das Abitur vorzubereiten, versuchte ich Passagen mit Buntstiften zu markieren und das Gelesene zu analysieren. Es war der Wunsch zu verstehen, was ich da las. Einen Zusammenhang zu erkennen. 1997 begann ich die Mitarbeit in einer christlichen Gruppe für sexuell missbrauchte Frauen. Dort traf ich dann bewusst das erste mal eine Frau, die rituellen Missbrauch überlebt hatte. Sie war in Ostberlin aufgewachsen und erinnerte nach und nach die Folter und den Missbrauch, den sie überwiegend in einem Schlachthof dort erlebt hatte. Nach und nach, in meinen inzwischen neunzehn Jahren als Pastorin, habe ich immer wieder mit Überlebenden in der Seelsorge gearbeitet. Mit zwei Männern und vielen Frauen. Die Meisten überleben, indem sie traumatische Inhalte abspalten, also von ihrem normalen Bewusstsein trennen. Meist entwickelt sich eine DIS (dissoziative Identitätsstörung), früher eher unter dem Begriff „multiple Persönlichkeitsspaltung“ bekannt. Das bedeutet, dass durch die wiederholten traumatischen Erlebnisse neue Persönlichkeiten entstehen, die sich von der ursprünglich „einen“ Persönlichkeit abspalten. Eine junge Frau, die ich beim Ausstieg aus rituellen Kreisen begleitet habe, hatte über 2000 Persönlichkeiten. Eine Traumatherapeutin bestätigte mir im persönlichen Gespräch, dass dies durchaus möglich und keine Ausnahme ist. Die jüngeren Klientinnen, die zu ihr kommen (ca. zwischen 20 und 30 Jahre alt), haben oft diese Personenanzahl in ihren Personensystem.

Mit Birke bin ich seit einiger Zeit in Kontakt. Eigentlich ja mit Birke&Co, also mit unterschiedlichen Personen in ihrem System. Mit Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen. Mit zweifelnden und erinnernden Personen. Mit Alltagspersonen, die nichts von dem Missbrauch erinnern, und mit Personen, die Folter und Missbrauch und Prostitution erinnern. Birke&Co und ich schreiben uns, und wir beten miteinander .Ich mag Birke&Co, und ich darf ihren Weg, sich langsam (und manchmal mit Riesenmeilenstiefeln 😉 ) an das Geschehene zu erinnern, ein wenig begleiten. Ich bewundere ihren Mut, sich dem Grauen so konkret zu stellen.  – Und es gibt so Viele, die auch auf dem Weg sind. Sich erinnern und darum kämpfen, ein halbwegs normales Leben zu leben.

22 Jahre begleite ich nun Menschen mit diesem Hintergrund. Ebenso lange versuche ich zu verstehen, wie so eine Maschinerie, so ein Monster, so eine starke Allianz von Menschen, die Kinder foltern, missbrauchen und zur Prostitution abrichten, entstehen konnte. Und wie es so ungehindert agieren kann. Viele Zusammenhänge sind mir klar geworden durch die Gespräch mit den Überlebenden, Einiges habe ich durch meine Ausbildung als Fachberaterin für Psychotraumatologie gelernt, und Einiges habe ich mir angelesen.  Im Gespräch mit Experten höre ich immer wieder, dass es keine Möglichkeit gibt, den Kindern in diesen Kreisen zu helfen. Erst wenn Einzelne erinnern, kämpfen und beginnen auszusteigen, kann man unterstützen. Immer und immer wieder höre ich das. Und immer und immer wieder glaube ich das. Weil ich inzwischen einen recht guten Einblick in Täterkreise und das gut funktionierende, in unsere Gesellschaft an allen wichtigen Stellen eingewobene, einflussreiche System habe. Und darum weiß, dass auch an den Schaltstellen unserer Gesellschaft (Justiz, Politik, Polizei, Psychiatrien, Psychologenverbänden, Ärzten und Krankenhäusern, Kirchen und Schulen und Ämtern…) Menschen auf wichtigen und hohen Posten sitzen, die aus diesen rituellen Kreisen stammen und/oder ein Interesse daran haben, dass das Ganze weiter ungehindert geschehen kann. Opfer, die sich zu Wort melden oder es wagen vor Gericht zu gehen, werden schnell mundtot gemacht. Als unglaubwürdig dargestellt. Was leicht ist – denn traumatisierte Menschen sind, wenn man ein bisschen Ahnung von der Materie hat, leicht mundtot zu machen und leicht als unglaubwürdig darzustellen. Und dann gibt es ja auch noch die „False memory“ Bewegung, die hart daran arbeitet, gleich die ganze Thematik als unglaubwürdig und unmöglich darzustellen.

Ich will mich nicht damit zufrieden geben, dass man „nichts tun“ kann. Ich will nicht klein beigeben. Ich will laut schreien. Am liebsten zusammen mit vielen Anderen. So dass es bald jeder mitbekommt. Und keiner mehr sagen kann, das hätte man nicht gewusst. Und keiner mehr sagen wird: da können wir nichts tun.

Bitte wacht auf!

 

©Birke & Co (Diese Bilder entstanden bei der Aufarbeitung oder aus Erinnerungen verschiedener Innenpersonen. Birke & Co haben mir diese Bilder (andere Bilder bleiben unter Verschluss) für diesen Beitragzur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!) Hier findet ihr den blog von Birk&Co.

*Birke ist ein Pseudonym.

20 Gedanken zu “Aufschrei: Kinderprostitution und rituelle Gewalt

  1. Es tut gut zu lesen,das es Menschen wie dich gibt,die nicht die Augen verschließen vor dem Grauen ,das leider passiert oder passiert ist. Ich danke dir für dein Aussprechen des unaussprechlichen.

  2. Ich bewundere dein Engagement und schreie mit dir in diesem Moment! Jesus wird unsere Schreie hören und antworten, denn Er ist wohl der Einzige der es wirklich aufnehmen kannn mit den bösen Mächten dieser Welt! Es steht geschrieben, dass er gekommen ist um die Werke des Feindes zu zerstören! Lasst uns die Hoffnung und den Glauben nicht aufgeben!

  3. Kenne das Thema, ja. Halt aus Dokus und so. Ich weiß aber nicht, in wieweit das wirklich so passiert, wie man hört, also irgend welche Satanssekten, die Kinder dazu zwingen, andere Kinder zu töten und ihr Blut zu trinken. (Das klingt jetzt sarkastisch, ist es aber nicht gemeint. Das ist echt das, was ich darüber auch gehört habe.) Also ich will das Phänomen, dass man falsche Erinnerungen haben kann, nicht komplett weg schieben, auch wenn es natürlich schlimm ist, wenn Betroffene das hören. Aber ich kenne das selbst, dass gewisse Ereignisse, die emotional besonders aufgeladen sind, in der Erinnerung anders sind als sie tatsächlich waren. Wenn ich dann Fotos sehe oder Ähnliches, wundere ich mich manchmal, dass es doch ganz anders war, als ich erinnere. Und ich frage mich: Kann es dann in so einem Fall nicht auch passieren? Besonders, wenn Psychologen, Seelsorger etc. mit hinein spielen, die (ungewollt) manipulieren. Versteh mich nicht falsch, ich bezweifel keinen Moment, dass die Betroffenen den Horror erlebt haben. Aber ich weiß nicht, ob die Erinnerungen im Einzelnen immer so 100% korrekt sind.
    LG 🙂

    1. Hi Bithya, das wissen die Betroffenen selber ja auch nicht, ob alle 100% korrekt ist. Natürlich verschieben und überlagern sich Erinnerungen. Andere sind dafür wieder ganz klar. Und auch verschobene Erinnerungen decken ja einen Teil der Wahrheit auf. Seelsorger und Therapeuten, die gut ausgebildet sind, hüten sich davor zu manipulieren. Aber ich denke, flashbacks kann auch kein ungeübter Helfer manipulieren… Und das Grauen, dass da zum Vorschein kommt, das kann man sich nicht ausdenken. Wer in Psychotraumatologie ausgebildet ist, weiß um veränderte Erinnerungen und hat ne Menge in Bezug auf neurobiologische Vorgänge im Gehirn gelernt. Und kann von daher auch manches einschätzen. Das Problem ist, dass meist Richter, Anwälte usw wenig Ahnung davon haben und von daher erzählte Erinnerungen die sich zu unterschiedlich erzählten Zeitpunkten widersprechen, nicht einzuordnen. Da fehlt die Kenntnis davon, was im Gehirn in traumatischen Situationen passiert. Obwohl es eigentlich für die Betroffenen spricht (weil zum Vorschein kommt, dass dissoziiert wurde), werden diese dann als unglaubwürdig dargestellt. Die fals memory Bewegung hat ein starkes Interesse daran, dass die ganze Thematik rituelle/organisierte Gewalt als unglaubwürdig dargestellt wird, oder gegleubt wird, dass es sich hier um Einzelfälle handelt. Wenn du dich näher informieren möchtest und deinen Fragen da auf den Grund gehen möchtest, empfehle ich dir die Seite von Lotta e.V. Kiel oder von Vielfalt in Bremen. Findest du ganz schnell beim googeln. Da gibt es auch noch weitere Tipps, was man schnell und problemlos dazu lesen kann. – Das ist das Schlimme an dieser Sache: sie ist so unglaublich. So unglaublich grausam. Man möchte einfach nicht, dass das alles stimmt. Den Impuls kenne ich von mir selbst auch. Der Dialog mit Betroffenen und Experten führt aber zielgerade zu den Überlegungen überzeugt leider davon, dass es wahr ist, Und dass es viele Betroffene gibt. Mehr, als man wahrhaben möchte. LG 🙂

    1. Liebe Elisa, danke für deine lieben Worte. Aufwachen wäre ein erster Schritt. Und mache, die aufwachen, stehen danach auch auf. Das wünsche ich mir sehr. Viele liebe Grüße zurück, Bettina

  4. es ist so .. weiß gar nicht, was. du bist die erste Person die ich finde und als nicht betroffene so kämpferisch darüber schreibt oder sich äußert… ich wieß gar nicht wie ich das finden soll, habe bis eben gedacht,s owas gibt’s nicht, weil man hier auch immer nur hört: „bist du sicher, dass das so war? bist du sicher, dass ihr nicht Drogen bekommen habt und euch das nur einbildet?“ bäääääh zum kooooooooootzen ist das. ständig dieses hinterfragen und Rechtfertigungen abverlangen und immer wieder neu stochern und nicht glauben oder „skeptieren“ (erinnert mich an skalpieren und passt gefühlsmäßig mega, deshalb verwend ich das wort oft)… heute habe ich auch erst von einer sektenbeauftragen einen artikelabsatz gelesen in der sie äußert, dass Erinnerungen an gewisse folterzeug oder ja… anderes ritualkack was die da machen… dass das angeblich auch von einer frühen Psychose entstammen könnte… ich war soooooooooooooo schockiert! und das von einer sketenbeauftragten! als könnte ein Kleinkind solche Psychosen haben, ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll.

    wieso gibt es eigentlich nicht mehr solche menschen die einfach mal mitschreien, selbst wenn sie nicht betroffen sind und einfach mal aufhören so doof zu hinterfragen, ob Erinnerungen nicht falsch sein könnten. wie soll denn sowas „falsch“ sein?!

    und das was du schreibst das hängt hier auch soooo oft im Körper als „gefühl“ oder „angst“… dass ja, dass es vielleicht gar nicht anders geht? dass mand as gar nicht stoppen kann? manchmal denke ich mir auch: ja, wie will mand as denn stoppen? wie will man alleine die Täterkreise anzeigen, in denen ja hunderte involviert sind? die Überlegung andere aussteiger zu finden kann man auch gleich wegpacken, die sind nämlich alle untergetaucht, wollen nicht mehr gefunden oder damit in Verbindung gebracht werden. aus angst wieder in Gefahr zu geraten oder in deren visier und LEIDER IST DAS SOGAR VERSTÄNDLICH, würde ich acuh nicht wolle – wenn ich es je schaffe, soll mir bloß jeder aus diesen kreisen vom hals bleiben, auch wenn es gerade aussteigende Personen sind. gleichzeitig kann man ALLEINE aber nichts anrichten, weil ja nur EINE Aussage da wäre… manchmal denke ich, dass eigentlich die betroffenen alle zusammen aussagen müssten und am besten wäre es, wenn es betroffene von denselben kreisen wären, aber man findet sie nicht. und wenn man sie findet, traut man sich selbst sie nicht zu kontaktieren aus angst sie wieder in Gefahr zu bringen, also JA JA JA, es ist ein soooo großes JA weil es osoooooo ein Teufels(…im Wortsinne…)kreis ist und was soll man tun? irgendwie stößt man als betroffener immer nur auf hilflose Helfer und verzweifelte Leidensgenossen und man tritt immer auf der stelle.

    und Kinder bleiben einfach versteckt und das ist fast das schlimmste an der Sache. irgendwie, als würde man plötzlich aus einem loch auftauchen als fast-erwachsene (oder einige erfahren das ja noch viel viel später, ich glaube, das ist eher die ausnahme, dass wir das so früh aufzubröseln angefangen haben und zu sehen begonnen haben), aber eben VIEL zu spät. weil irgendwie sieht ja dann niemand mehr, das Kind, das man war, das da eigentlich die schlimmsten Sachen mitmachen musste und manchmal kommt dann der gedanke hoch: ja, vielleicht denken die menschen „die kenne ndas ja nicht anders, für die ist das normal“. und dann denken wir eben an Kinder die da sind oder auch die wir waren und wieeee hiflos man ist weil man einfach die ganze welt nicht mehr versteht … (oder vielleicht denke ich auch nur, dass Kinder so denken, weil ich ja weiß, dass einige von uns denken, dass was die machen sei total toll – GOTT WIE KRANK!) aber wie soll man solchen kindern oder menschen allgemein helfen??? ich zweifel immer mehr daran, dass es da wirklich gute Ansätze gibt… weil irgendwie weiß niemand so genau, wie oder was man tun kann…. weder der betroffene selbst, noch die Helfer.

    ich habe ja schon oft gehört, dass es bei einem ausstieg z.b darum geht, erst einmal alle Anteile davon zu überzeugen, dass diese mescnhen nichts gutes tun. dass jeder Anteil mehr wert ist, als bloß schmerz und leid zu erfahren (auch wenn es nicht weiß, dass das, was mit ihm passiert, schmerz und leid ist). nur wie soll man jetzt zum Beispiel einem Anteil so etwas erklären, der denkt, er sei ein Stein? (gibt es wirklich! wir haben hier schon steine und kisten als Anteile erkennen können).

    oft glaube ich auch, dass es vielleicht gerade so menschen braucht, wie … bestimmte leute (ich weiß nicht, ob ich die namen nennen darf)… die eben selbst mal betroffene waren, die es geschafft haben auszusteigen und sich dann fort und aus- und weitergebildet haben, um selbst zu Helfer zu werden. die können doch das beste wissen weitergeben, nicht?

    ich finde es sooooooooooooooooooooooooooooooooooooo gut und wertvoll, dass du diesen eintrag geschrieben hast und sooooooooooooooooooooooooooo toll dass du mit birke in kontakt bist und dass du sooooo viel hinterfragst und nachdenkst und eben auch mitschreist und nicht einfach denkst: „kann man eh nichts machen“…

    danke danke danke, dass ich diesen eintrag gefunden habe (keine Ahnung mehr, wie ich hier drauf gestoßen bin), ABER das hat grad iiirgendwas ganz kleines gelöst, was mich grad aus meiner aktuellen grusligen „das leben ist perfekt“ Phase bisschen geschüttelt hat.

    1. Hallo Mi, ich begleite/ unterstütze jetzt seit etwas über zwanzig Jahren Menschen, die ausstiegen/aussteigen. Und ich habe die Nase so gestrichen voll von der ganzen Maschinerie, die dahinter steht. Ich weiß momentan auch nicht, wie man genau etwas erreichen kann – und es gibt andere, die schon länger versucht haben, etwas zu erreichen… Von überall her hört man, dass man nichts tun kann. Dass man vor allem den Kindern in keiner Weise helfen kann. Und wie ich schrieb, glaube ich das auch immer wieder. Aber ich will mich damit nicht zufrieden geben. Ich glaube, dass schon etwas getan werden kann. In Bezig auf Sklaverei, oder die Gleichberechtigung der Frau oder , oder, … hat man glaube ich auch so gedacht…dass sich nie was ändern wird. Aber dann hat sich was geändert – wenn es sicherlich auch immer noch nicht perfekt ist, aber es wurde viel erreicht. Auch in Bezug auf „Sexuellen Missbrauch“ hat es laaaaange gedauert, und auch das Thema Zwangsprostitution kommt nach langen Mühen jetzt langsam in das Bewusstsein der Bevölkerung. Es ist also doch immer etwas möglich. und da möchte ich dranbleiben. Am liebsten zusammen mit ganz vielen anderen, die das auch auf dem Herzen haben. Betroffenen/Überlebenden (die Bezeichnungen sind ja immer schwierig, und nicht jede/r mag sie – …) und anderen Unterstützern. Danke für dein tolles feedback.. Und danke für deinen eigenen Kampf. LG, Bettina

      1. Hallo Bettina,

        ja, vermutlich hast du Recht und es fängt jetzt endlich an sich langsam zu verbreiten. Ich finde ja auch schon diese neue Nummer „Berta“ einen rieeeeesen Fortschritt. Und vielleicht ist es ja auch irgendwann so weit, dass man es schafft Klischees aus dem Weg zu räumen und den Horizont zu erweitern. Mich stört auch sehr, dass viele „Klischee“-Wissende immer bei r.G. an satanisches Zeug denken. Klar ist das vielleicht auch ein großer Punkt, aber dass es eben auch Sekten gibt, die nach außen hin etwas ganz anderes präsentieren und deren inneren – INNEREN Kreise Okkultismus nachgehen. Und das kann ja von Satans- bis Engelsanbetung oder viele „andere“ Götter sein. Es gab ja mal so ein … was war das eigentlich? Ein Fachtag? Ein Infotag? Ein „Verschwörungstag“?… ein Video, in dem Politiker und die Benecke (die mag ich ja besonders gern… *hust)…. darauf herumgehackt haben, dass das ja alles bloß Verschwörungstheorien und Lügen sind, haben den Satanismus extrem in Schutz genommen – und das hat mich so geärgert, weil sie halt NUR auf diesem Thema herumgekloppert haben und ich die ganze Zeit den Bildschirm angeschrien habe, wie eingeschränkt die doch alle sind. Einfach null Fähigkeit sich mal außerhalb ihres minimalen Universums umzusehen. Weißt du, wie ich meine? Und klar gibt es die Satanisten und die Satanisten und auch unter denen gibt es noch zigtausend Leute die „Rituale“ anders verstehen, als jetzt diese Satanisten, die sich im Sinne der „Freiheit“ u.o. der „Matrix“ verstehen (wenn du verstehst was ich meine). Aber die Leute denken halt alle nie einen Schritt weiter, trauen sich nicht aus ihrer Komfortzone zu bewegen.

        Und ich hoffe, hoffe, hoffe, dass dieser dämliche, eingeschränkte Horizont, dass diese dämliche Komfortzone (unter der dann eben „unsichtbare“ Kinder weiterhin leiden!!!!), irgendwann eeeeeendlich Schnee von Gestern ist. Weil wie du sagst… bei anderen Themen hat es ja nach langer Zeit auch endlich irgendwann funktioniert.

        Die Hoffnung stirbt zuletzt (bargh, wie ich den Satz hasse)..,, aber ja, in dem Fall stimmt das wohl..

        Liebe Grüße
        Mii

      2. Uuui, beinahe hätte ich deinen Kommentar übersehen, weil hier gerade so viel los ist (das ist neu). Wie ist es bei euch mit der Ansprache: du oder ihr? Diesen Fachtag habe ich nicht mitbekommen – hört sich aber furchtbar an. Ich habe mal im Inet Videos gesehen von einem Fachtag der false memory-Bewegung. Da ist mir echt schlecht geworden. So viel Verdrehung. ICh habe mich gefragt, warum diese Leute so kämpfen müssen. Also, wenn da nix dran wäre, dann müsste man doch auch nicht so voller Energie (und es war auchirigendwie Hass und Geringschtzung dabei) dagegen angehen… Das war alles sehr seltsam. – Was du schreibst: ja – es gibt so viele Gruppierungen. Die Menschen, die ich begleiten durfte, waren aber immer auch in Kreisen, in denen so ein ganz dunkler Satanismus praktiziert wurde. Also eher nicht derjenige, wo sich ein paar Jugendliche in schwarzen Kutten auf nem Friedhof treffen, oder so. Sondern ein Satanismus, wo sich anerkannte, wichtige Bürger, die tagsüber da nicht einzuordnen wären, mit ganz tiefen Überzeugungen diese Rituale tun, um Satan (oder eben auch Isis, Osiris, und andere ägyptischen oder babylonische Göttern) zu huldigen. Sie wurden alle auch noch in anderen Kreisen missbraucht und gefoltert (Militär, linke Kreise, rechte Kreise, einfach pädophile Gruppierungen, Parties in der gehobeneren Gesellschaft, Freimaurer, Sekten usw) – aber eben dann auch noch in diesen satanistischen Kreisen. Eine Frau nannte es die „Luciferianer“. Ich weiß aber aus meiner Ausbildung und dem Austausch im AK gegen rituelle Gewalt in Kiel, dass es auch rituelle Gewalt ganz ohne Satanismus gibt. Wobei ich ehrlich gesagt das Ganze, was da geschieht, als zutiefst teuflisch empfinde, egal, in welchen Kreisen es geschieht. Bei den anderen Satanisten, von denen du schreibst, kenne ich mich wirklich gar nicht aus, habe mal was gelesen, aber das langt nicht, um es zu verstehen… Eigentlich würde ich – aus menschlicher Sicht – auch sagen, dass das Ganze aussichtslos ist. Aber auch das kann ja schon eine Botschaft sein, die gestreut wurde, damit gar nichts versucht wird. Ich habe das Gefühl, dass überall da, wo Worte wie: „das bringt eh nichts“ – „das ist aussichtslos“ – „dagegen kommt man nicht an“ – einfach starke Interessen stehen, dass es so bleibt. Wie bei meinen Beispielen oben: Frauenwahlrecht? wird es nie geben. Freie Afroamerikaner? Werden wir nie zulassen. Und es war ja in beiden Fällen ein Kampf. Im letzteren ein sehr blutiger… Aber es wurde geschafft (wie gesagt – leider ist es noch nicht sollkommen – aber immerhin) – weil Menschen sich geweigert haben dem nachzugeben. Ich denke, in Bezug auf rituelle Gewalt sind wir ja noch an der Stelle, wo es überhaupt erst einmal ins Bewusstsein dringen muss. Dass das Unrecht ist, wäre jedem klar, der einmal darum weiß. Aber da es so verdeckt abläuft (und das muss es ja), wissen so Viele ja nichts davon… Das wäre für mich der erste Schritt. Viele liebe Grüße an euch/dich, Mi!

      1. stimmt ich hab das bei euch auch irgendwo gelesen mal, dass ihr das ja auch erst nach der Kinder und der ehe und allem erfahren habt… und euch gefragt habt wie das gehen soll.. war das nicht irgendwie auch so ein Zitat von dir mit „Shutter Island (…?? etc….) in meinem Kopf und ich kriege davon Jahrzehnte lang nichts mit?“ (irgendwie so???)

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