In aller Welt haben Christen für die Auferstehung von Olive Heiligenthal gebetet. Ihre Eltern, insbesondere ihr Mutter Kalley Heiligenthal, die in der Bethel Church als Lobpreisleiterin angestellt ist, hatten dazu aufgerufen. Mein letzter Beitrag handelte davon. Eine Woche lang wurde angebetet und gebetet, geglaubt und gehofft. Das Wunder ist nicht geschehen. Olive blieb tot. Für Menschen, die nicht an Jesus – die Auferstehung und das Lebens selbst –  glauben, muss dieses ganze Geschehnis absolut unsinnig und unverständlich sein.

Doch auch unter Christen hat sich in der Zeit, in der für Olives Auferstehung gebetet wurde, viel Kritik erhoben, bis hin zu harschen Anschuldigungen. Bill Johnson, der Pastor der Bethel Church hat dazu Stellung genommen:

Eine Woche nach dem plötzlichen Tod von Olive, hat Bethel das Gebet um Auferstehung offiziell beendet, und auch dazu gab es eine öffentliche Erklärung:

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Since learning the news of two-year old Olive Heiligenthal’s sudden death, we have sought a miracle from God to raise her from the dead. We realize this is out of the norm, but that’s what a miracle is—it’s outside the box of nature and our power. As the Bible testifies, God is the God of the reasonable & possible, as well as the God of the unreasonable & impossible. In this process, we have been asking God to fulfill our hearts desire to see His kingdom manifested in great power. When you are a friend of God and know that He is your heavenly Father, you trust Him and ask for big, outlandish miracles. As a church, we have been contending for, singing about, and witnessing God’s power to save, heal, and deliver for over fifty years. It is normal for us to ask for things, trust Him, and then glorify His name regardless of the outcome. This is what life with the King is all about. In this situation, grief has not been avoided, as we have all been grieving from the moment we heard the news. Faith isn’t denial of the facts or of our emotions, it is knowing that God cares and intervenes in the midst of them. Here is where we are: Olive hasn’t been raised. The breakthrough we have sought hasn’t come. With the same heart of confidence in God’s goodness, we receive the comfort of the Good Shepherd as Andrew, Kalley, and Olive’s big sister Elsie, their family, and our church walk together through the valley of the shadow of death (Psalm 23). And so, we are moving towards a memorial service and celebration of her life. Our community is being deeply impacted by the tragedy of Olive’s death. As we have gone through this difficult time, we are grateful to see that faith, hope, and love have been the response. The Lord wastes nothing. He will bring beauty for ashes (Isaiah 61:3). The joy of our faith is that, though we haven’t seen the miracle of Olive being raised, she is alive in the presence of God. Her mom and dad will see her again, and we too will join her in resurrection one day. Believers know that heaven is full of homecomings, reunions, celebration, worship, and joy. He is good, all the time. Thank you for your continued prayers for the Heiligenthal family.

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Und dann am darauf folgenden Sonntag eine Predigt, die auch auf das Gebet für die Auferstehung des Kindes einging, und die theologischen Hintergründe, warum Christen zu solch einem Handeln aufgefordert sind, erläuterte:

Natürlich gibt es unterschiedliche theologische Auffassungen und Meinungen zu allen möglichen Glaubensfragen. Dass ein Aufruf zum Gebet um Auferstehung ganz besonders  herausfordert und kontrovers diskutiert wird, ist verständlich. In der Christenheit in der westlichen Welt ist das Gebet um Auferstehung eine Seltenheit. In bestimmten Regionen in Afrika dagegen ist es normal, dass Christen dies tun. Und wir hören davon, dass das Wunder dort auch geschieht. Doch wir hören nur von Ferne davon, wir haben es noch nicht miterlebt, und auch niemand, den wir kennen und für glaubwürdig halten, hat es miterlebt (das gilt für mich – und bestimmt für die meisten Christen in Deutschland/Europa). Gerade die Bethel Church aber hat dort einen kürzeren Weg zurückzulegen, denn sie sind eng verbunden mit Iris Ministries und Heidi Baker, die in Mosambik immer wieder nicht nur krasse Heilungen, sondern auch Totenauferstehungen erleben. Und auch Mitglieder von Bethel waren schon Zeugen dieser Wunder.

Hier in Deutschland haben wir – soweit ich weiß – noch keine Auferstehung durch Gebet erlebt. Wir können uns also nur entscheiden, es zu glauben oder es nicht zu glauben. Wir können uns nur entscheiden, die Aufforderung Jesu aus Matthäus 10,7-8:  „Ihnen (den Menschen) sollt ihr diese Botschaft bringen: ›Gottes himmlisches Reich ist nahe!‹ Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige gesund und treibt Dämonen aus!“ als etwas anzuerkennen, was auch uns heutigen Jesusnachfolgern gilt, oder eben nicht. 

Die Predigt von Bill Johnson redet auch von Gehorsam. Gehorsam gegenüber dem, was Jesus uns sagt. Bei allem Unbehagen, welches wir in der westlichen Welt (natürlich geschichtlich bedingt besonders in Deutschland) gegenüber dem Wort „Gehorsam“ auch hegen, so ist es doch für Menschen, die Jesus vertrauen und lieben schon eine wesentliche Frage, ob wir uns dafür entscheiden,  dem zu vertrauen und das zu tun, was Jesus sagt.

Für mich wird dies immer wichtiger und drängender. Von meiner menschlichen Natur her habe ich wahrscheinlich überdurchschnittlich viel Menschenfurcht. Doch ich will mich immer weniger davon bestimmen lassen, was Menschen über mich denken oder sagen. Es wird mir immer wichtiger, das zu tun, was Jesus zu mir sagt und ihn mit ungeteiltem Herzen zu lieben. Was er mir sagt, was er mir aufträgt, das will ich tun. Auch wenn ich mich dadurch in den Augen von Menschen zum Narren mache. Das Spannende ist, dass es mir, je mehr ich dies zur Maxime meines Handelns und Entscheidens mache, immer weniger ausmacht, was Menschen darüber denken. Und das ist für mich persönlich ein riesiges Wunder.

Weil ich auf das, was Jesus mir gesagt hat, gehört habe, habe ich in den letzten eineinhalb Jahren erlebt, wie zwei Menschen, die chronisch krank und arbeitsunfähig waren, gesund wurden. Die eine Person während eines Gebetes innerhalb von einer Minute. Die andere Person nach einem Heilungswort in einem Prozess über ein paar Monate. Beide Male war es ein riesiges, unglaubliches Wunder. (Und ich habe auch erlebt dass Menschen nicht heil wurden, leider wesentlich öfter – noch.) Beide Personen sind seit ihrer Heilung brennende Nachfolger Jesu, meine Freunde, und arbeiten in der Gemeinde mit mir zusammen. Beiden wurde für ihren beruflichen Lebensweg eine ganz neue Perspektive geöffnet. Ich bin gespannt, was Jesus noch mit ihnen weiterhin vorhat.  Vor ihrer Heilung war es menschlich gesehen unmöglich, was dann passiert ist. Und geradezu lächerlich, die Hoffnung zu haben, dass sie gesund würden. Ich bin so froh, dass ich diese menschliche Perpektive nicht zu meinen Horizont gemacht habe, und trotz aller Zweifel (ja – die hatte ich) das getan habe, was Jesus mir gesagt hat, dass ich es tun soll.

Und so werde ich es weiterhin halten. Und das gilt auch für das Thema Auferstehung. Wenn Jesus es seinen Nachfolgern (wie oben in Matthäus 10 geschrieben) aufgetragen hat, dies zu tun, dann gilt das auch mir heute. Und ich werde auf Jesus hören, glauben und zweifeln, zittern und hoffen. Mich zum Narren vor Menschen machen, und Jesus und sein Leben schaffendes Wort zu meiner höchsten Priorität. Und ich werde schwach dabei sein – aber das macht nichts – denn Jesus ist in meiner Schwäche stark.

 

7 Gedanken zu “Olive Heiligenthal

  1. Liebe Bettina, deinen langen Beitrag habe ich gelesen – mit zunehmendem Unbehagen, wenn ich ehrlich bin. Trotz meines Glaubens, und obwohl ich selbst eine große Heilung erlebte, an die die Ärzte nicht mehr glaubten, ist mir die Geschichte nicht geheuer. Ich empfinde das Gebet um Totenauferstehung als eine Grenzüberschreitung. Warum soll man nicht gläubig sein, wenn man eine Auferstehung nur Jesus und seinen Kräften zutraut? Mir ist auch zu viel Aufhebens mit dabei. Das große Leid der Eltern hat damit nichts zu tun, das kann man nachvollziehen. Bitte verzeih meine offenen Worte. Liebe Grüße Elisa

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    1. Liebe Elisa, danke für deinen Kommentar und danke für deine Ehrlichkeit, das finde ich richtig gut. Dass Menschen heutzutage um Auferstehung von Menschen, die gerade gestorben sind, beten, ist wirklich etwas sehr Seltenes und Ungewöhnliches. Ich kann gut verstehen, dass das Unbehagen auslöst. Das hat es bei mir selbst auch, als ich mich das erste mal mit diesem Gedanken konfrontiert sah. Ich musste mich sehr intensiv damit auseinandersetzen, als wir diesen Sommer hörten, dass die Frau, für die wir zwei Jahre gebetet hatten, im Sterben lag. Und als ich hörte, dass ihr Mann und die Beter um ihn herum nicht nur bis zum letzten Atemzug für ihre Heilung, sondern über ihren Tod hinaus gebetet haben, dass sie wieder ins Leben zurückkommt. Ich hatte zwei Jahre lang mit für ihre Heilung gebetet und fühlte mich sehr verbunden. Und ich habe auch an der Frage rumgeknackt, ob das gut so ist, für ihre (nahe) Auferstehung zu beten. Ob es theologisch richtig ist und was ich dabvei mit meinen Zweifeln mache. Von daher habe ich mich sehr damit auseinandergesetzt. Es war sehr spannend, dass ich in der Woche, in der um Auferstehung gebetet wurde, in meiner täglichen Bibellese zu Lukas 8, 49-56 kam. Das ist die Stelle, wo beschrieben ist, wie Jesus die Tochter des Jairus vom Tod auferweckt. Ich habe das schon als Kind im Kindergottesdienst und immer wieder gehört und gelesen. Aber diesmal hat es voll eingeschlagen. Ich habe an dem Text Facetten entdeckt, die ich vorher nicht gesehen hatte. Das will ich jetzt hier nicht alles schreiben, aber wenn du Lust hast nachzulesen: da steht z.B. in Lukas, dass ihr Geist wiederkam. Und dass ihre Eltern sich entsetzten. Es muss also auch damals ein unglaubliches Geschehen gewesen sein, was niemand für möglich hielt. (siehe ganzer Text) – Auch Menschen, die das nicht glauben können, dass es heute möglich ist, sind Gottes Kinder. Falls ich mich da in meinem Beitrag falsch ausgedrückt habe, und ein anderer Eindruck entstanden ist, tut mir das sehr leid. Ich kann das gut verstehen, dass auch sehr gläubige Menschen mit dieser Sache ihre Schwierigkeiten haben. Für mich ist es allerdings glasklar, da bin ich auch ehrlich: ich glaube, dass Heilung und Totenauferweckung etwas sind, was zu unserem Auftrag als Jesusnachfolger gehört. 7 Geht aber und predigt und sprecht: Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen. „8 Macht Kranke gesund, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus. Umsonst habt ihr’s empfangen, umsonst gebt es auch.“ (Matthäus 10) Johannes 14,12 „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und wird größere als diese tun; denn ich gehe zum Vater. 13 Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun, auf dass der Vater verherrlicht werde im Sohn. 14 Was ihr mich bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun.“ Diese Verse gelten uns. Sie galten nicht nur den Jüngern damals. Das ist meine Überzeugung. Natürlich können wir nichts aus uns selbst heraus tun. Es ist immer die Kraft Jesu, die in und durch uns wirkt, wenn Heilung und Wunder passieren. Elisa, ich freue mich sehr, dass du selbst Heilung erlebt hast, das ist wunderbar. Sei ganz lieb gegrüßt, Bettina

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      1. Liebe Bettina,
        Deine grossartige Stellungnahme hat mich sehr bewegt. Vielen Dank dafür. Ich werde mich weiter mit der Frage beschäftigen; im Moment jedoch bleibt die Skepsis. Da wir alle sterben müssen, finde ich es angezeigt, dass wir Gottes Willen akzeptieren können, wenn er jemanden zu sich gerufen hat. Liebe Grüsse, Elisa

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      2. 🙂 Danke, Elisa, für deine freundliche Rückmeldung. Ja – ich denke, dass wir es auch akzeptieren müssen. Und doch wird es auch Situationen geben, in denen Gott nicht gerufen hat. Jesus hat ja auch die tochter des Jairus auferweckt und den Jüngling zu Nain und seinen eigenen Freund Lazarus. Damit hat er nicht gegen den Willen des Vaters aufbegehrt, sondern im Willen seines Vaters gehandelt. Und Paulus hat (Apostelgeschichte 20) den Eutychus auferweckt. Ich finde es aber auch nach wie vor eine große, große Herausforderung 🙂 Sei ganz lieb gegrüßt, Bettina

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  2. Ich habs noch nicht erlebt, dass Menschen trotz ihres Todes weitergelebt haben (klingt seltsam, das so zu schreiben), aber ich will es glauben, vor allem weil ich will, dass es wirklich so ist wie Gott sagt: „Mir ist kein Ding unmöglich“. Ein Gott mit Einschränkungen — wer braucht das? Der Gott wäre wie die Götter der griechischen oder nordischen Antike.
    Von Wundern kann ich allerdings schon eine Menge berichten. Viele auch, die mir selbst passiert sind. Heilung, Versorgung, Bewahrung, Trost, Wegweisung, Rat, … … … gute Tipps, wo ich was verlegt habe, Parkplatzfreihaltung, Erinnerung daran, dass er mich liebt, … … … …
    Liebe andere Mitleser von Bettina, besucht doch meinen Vorgarten und schaut euch die Kategorie „Heiße Liebe“ an, da sind viele dieser Erlebnisse vermerkt.

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