Ich lerne wieder einmal etwas von David… : Egal in welcher Lage – ich kann gar nicht genug danken. Und David weiß, wovon er spricht. Er hat in seinem Leben so viele unterschiedliche Umstände erlebt. Er war der jüngste Sohn, der die Schafe hütete und als so unwichtig angesehen wurde, dass er nicht mal zum Abendbrot dazugeholt wurde, als der Prophet Samuel zu Besuch kam. Zu anderen Zeiten war er ein angesehener König, dem wohl von allen Menschen Ehre zuteil wurde. Die Menschen haben dem siegreichen Soldaten David auf der Straße zugejubelt, die Frauen haben sogar Lieder über seine Taten gesungen – und dann wieder wurde er verachtet, fort gejagt vom Königshof, und verfolgt wie ein Verbrecher. David hat auf der Flucht Hunger und Armut erlebt und mit seinen rauhen Gefolgsleuten oft im Freien übernachtet – und zu anderen Zeiten hat er als König im Überfluss gelebt.   Er kennt tiefe Schuld, weil er Ehebruch begangen, und den Mann seiner Geliebten hat umbringen lassen – und er wird ein Mann nach Gottes Herzen genannt, weil er auch in unmöglichen Situationen auf Gott vertraute. Er erlebt innige Zeiten mit seinem Gott, er tanzt wie in Ekstase für ihn, mitten auf der Straße – und er fühlt sich ihm fern, und trauert über den Tod seiner Söhne. Sein Freund Jonathan ist bereit, für David auf das Amt als König zu verzichten, er ist ihm treu und beschützt ihn – dann wiederum wird David von seinen engsten Mitarbeitern verraten und sein Sohn trachtet ihm nach dem Leben. Armut und Reichtum. Bedeutungslosigkeit und Ruhm. Gottesnähe und Gottesferne. Versagen und Schuld – und siegreiche und frohe Zeiten an Gottes Seite. In all diesen Situationen dankt und lobt David Gott. Auch ich will das tun, denn ich weiß, dass Gott es gut mit mir meint.

Du mein Gott und König, dich will ich rühmen; immer, ohne Ende, will ich dir danken!
Jeden Tag, Gott, will ich dir danken; immer, ohne Ende, will ich dich preisen! Psalm 145, 1-2

Ich bin dankbar für diese Übung der Dankbarkeit. Eifrig sammele ich Tag für Tag Eindrücke, die mich dankbar stimmen. Und merke dabei: dieser Fokus auf alles Gute und Schöne mitten im Alltag macht mich glücklich. Und ich empfinde diese Dankbarkeit wie eine tiefe Grundstimmung, die sich wie ein Fundament unter all die anderen Gefühle legt, die auch da sind.

Ich bin dankbar für meine Handykamera. Jahrelang besaß ich nur so ein kleines 15 Euro Handy ohne Foto-Funktion. Ich konnte nur sms schreiben und telefonieren. Das hat mir vollkommen ausgereicht und ich habe es ohnehin fast nie genutzt. Das wurmte eine gute Freundin von mir; sie ist mit ihrem Handy fest verwachsen. Das sollte ich auch sein, so ihre Meinung. Und sie schenkte mir ein funkelnagelneues Handy, mit dem man sogar ins Internet gehen und Photos machen kann. Ins Internet gehe ich mit meinem Handy auch heute noch nicht. Aber Photos mache ich mit Begeisterung. Nur zoomen kann ich nicht… also ich kann schon, aber es bringt nichts, diese Photos verwackeln jedes mal, egal wie entspannt ich bin, deshalb bleiben manche tollen Motive ungenutzt. Aber ich finde die Ausbeute der ungezoomten Photos schon wunderbar. Das Festhalten von besonderen Momenten hilft mir dabei, mich zu erinnern – und dankbar zu sein. Hier wieder ein paar Frühlingsschnappschüsse:

Ach ja: nachdem ich neulich für das anhaltende Finden von Kastanien für meine Waschmittelproduktion dankbar war, habe ich in dieser Woche keine mehr finden können. Die Zeit dafür ist wohl endgültig vorbei. Zum Glück habe ich noch einen kleinen Vorrat – und bin dankbar, dass die Kastanie im Park neue Blätter treibt. Das macht mir Hoffnung auf neue Blüten und Früchte – und auf neue brauen Murmeln, die ich ab dem Spätsommer wieder sammeln kann. IMG_20200408_102427

Ich bin soooo undendlich dankbar für meinen kleinen Sohn. Er bringt so viel Freude in meinem Leben. Ein empfindsames, kreatives, einfühlsames und fröhliches Wesen, hach! Vor ein paar Tagen hatten wir einen wunderbaren Spaziergang zusammen. Und er wollte, dass ich ihm etwas aus meiner Kindheit erzähle – das wünscht er sich jetzt oft, und wir finden immer ein neues Oberthema dafür. Gestern Abend kuschelten wir vor dem Abendgebet noch ein bisschen, und dann hatte er eine gute Idee: „Mama, jetzt erzähle ich dir etwas aus meiner Kindheit!“

Ich bin dankbar für so viele andere Blogs! Besonders toll ist es, dass ich mich mit einigen von euch anderen Bloggern persönlich austausche – mit Einigen mehr, mit Anderen weniger – aber immer mit Gewinn. Und ich bin dankbar für eure Beiträge. So oft machen sie mich froh und ermutigen mich. Wie wertvoll das ist, merken wir ja gerade in dieser Zeit. Wir brauchen einander – wir brauchen Gedankenanstöße, neue und andere Ansichten und Ermutigung. Ein großer Dank an euch Alle! —  Und hier ein paar (nicht alle – es gab noch viel mehr!) Artikel, die mich in dieser Woche berührt und ermutigt haben.

https://mutterherzblog.wordpress.com/2020/04/10/hinter-dem-dunkel/

https://distanzblog.wordpress.com/2020/04/10/230-trauma-und-gott-bonhoeffer/

46 – Jeden Tag ein Haiku – Fastenzeit 2020

https://derrauminmir.wordpress.com/2020/04/10/erkannt/

Das macht „man“ nicht

Ich bin auch diese Woche dankbar für schöne Zeiten mit meiner Familie. Die Karwoche ist immer sehr voll… neben allem anderen mehrere Karandachten, Karfreitags- und Osterpredigt, leider auch eine Beerdigung- und dieses mal nicht weniger, nur wegen Corona halt anders – per youtube. Trotzdem viele gute Momente. Ich bin dankbar für einen wunderbaren Karfreitags-Spaziergang zu Fünft (mit Hund Fritz) durch ein nahe gelegenes Naturschutzgebiet. Schaut mal genau hin: die Gänse haben Küken – findet ihr sie am Ufer neben ihren Eltern? Kurze Zeit später zog es all die vielen Gänsefamilien plötzlich aufs Wasser, könnt ihr es erkennen? Ich bin dankbar für die gemeinsamen Mahlzeiten – das erste Mal konnten wir auch draußen auf der Terrasse essen: statt Kuchen gab es Eis. Viele Partien Wikingerschach, gemeinsame Radtouren, um älteren und kranken Gemeindeleuten Gemeindepost zu bringen. Ein Fernsehabend mit den „Muppets im All“. Und heute haben die beiden Jungs den Flur geputzt, den Müll rausgebracht und beim Wäsche aufhängen geholfen. Wir sind ein gutes Team!

Ich bin dankbar für meine Zeiten mit Yeshua, Abba und Ruach. Ich sitze
jetzt (wie schön, dass das gerade möglich ist) viel auf unserer
Terasse in der Sonne und lese Bibel und rede mit Jesus. Er hat mir
wieder eine neue, ganz faszinierende Seite von sich gezeigt, ich bin so baff – und ich verbringe viel Zeit mit ihm und lerne diese neue Seite kennen.
Ich bin dankbar für dieses wunderschöne, windgeschützte Eckchen in unserem Garten. Der Ehemann hat es mir mit Blumen verschönert. Und in dieser Zeit ist auch die große Straße nicht so frequentiert, und es ist viel ruhiger. Ein guter Ort, um zu beten und zu lernen.

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Ja – in Allem kann ich Gott und Menschen danken! Das macht mein Herz froh. Wofür bist du in dieser Woche dankbar?

© alle Photos: B.Peter

 

7 Gedanken zu “Dankbar in Zeiten von Corona #4

  1. Dankbar für diesen tollen Blog voller Ermutigungen; dankbar für das zur Verfügung stellen von Themen anderer Bloggerinnen, die ebenso ermutigend sind; dankbar dafür, dass so viele wundervolle Wesen unterwegs sind; dankbar dafür, auch in einer gewissen Leidensphase die letztendlich überwiegende Freude und daraus resultierende Stärke spüren und leben zu können; dankbar dafür, in direkter Parknähe mit der Fülle von Gottes Schöpfung wohnen zu dürfen; dankbar für eine Fahrradfahrerin, die mir im Vorbeifahren bei einem meiner kurzen Humpel-Spaziergänge zurief: >Der Herr ist auferstandenEr ist wahrhaftig auferstanden< antwortete, was uns beiden wechselseitig zusätzlich ein wundervolles Lächeln geschenkt hat; dankbar für die Ostergrüße, die mich mit ebensolchen und anderen Worten erreicht haben; dankbar dafür, dass die Gemeinde zu der ich gehöre, mir jeden Tag ein Stück mehr zur Familie wird; dankbar für die verinnerlichte Gewissheit, dass ich nie tiefer fallen kann als in SEINE Hände, und dass mich die gnadenvolle, bedingunglose Liebe von Jesus Christus, dem Gekreuzigten, dem lebendigen Gott zu jeder Zeit und an jedem Ort trägt… DANKE!!!

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  2. Ich bin dankbar für meinen Garten.
    Immer und immer wieder. Er ist mein Ruhepol und meine Auszeit und der Ort, an dem ich Erdung finde (ja, auch am Knie) und Resonanz erfahre. Ich hab inzwischen fünf Glasmurmeln gefunden (nicht alle nur in meinem Garten, aber die erste und die vierte) und bei jeder wusste ich wieder, dass Jesus zu mir sagt „Du bist die Perle in meinem Acker“. (dochdoch, er darf Bibelgleichnisse falsch zitieren)
    Ich bin dankbar für dieses Stück Land, das ich ganz und gar nach meinen Vorstellungen gestalten darf. Und tun und lassen, was ich will. Und auf dem Jesus mir Antworten gibt auf Fragen, die ich noch gar nicht in Worte fassen konnte. Und wo ich so hemmungslos über seine kleinen und großen Wunder staunen kann.
    Allein schon das: wie viele verschiedene Blütenformen es gibt! Und die Farben! Und dann die Blätter, die auch noch alle unterschiedlich sind!

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