Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. Psalm 139,14

Gott dafür danken, wer ich bin? Ist das nicht ein bisschen anmaßend oder selbstverliebt? Haben wir nicht alle unsere Fehler oder Schwachstellen, und benötigen wir nicht alle ständig Korrektur? Und was ist mit denen, die auf sich selber schauen, und es sind nur Gefühle von Minderwertigkeit vorhanden? David hatte vielleicht leicht reden, immerhin berichtet die Bibel davon, dass er wohl recht gut aussah, und außerdem hatte er viele Fähigkeiten, die sich manch eine/r wünschen würde. Und Erfolg und Status war ja auch gegeben, zumindest in vielen Etappen seines Lebens.

Gott dafür danken, dass er mich gemacht hat – und wie er mich gemacht hat. Das geht. Weil: bei Gott ist es ganz anders, als in unserer Gesellschaft. Wir Menschen neigen dazu, uns über unsere Fähigkeiten zu definieren, oder über unseren Besitz. Vielleicht auch über unser Aussehen oder über das, was wir anderen Menschen Gutes tun. Oder über das, was andere in unser Leben sprechen, oder über eine Mischung aus alledem. Daraus bauen wir uns ein Konstrukt, welches unseren Wert bestimmt.

Bei Gott ist es ganz anders. Er liebt uns, so wie wir sind. So, wie er uns geschaffen hat. Wir sind für ihn so wertvoll. Ganz unabhängig davon, was wir geleistet haben. Unabhängig davon, was wir getan haben. Unabhängig davon, was andere über unserem Leben ausgesprochen haben oder uns Gutes oder Schlechtes getan haben. Unabhängig von dem, was in unserem Leben passiert ist. Unser Wert kommt von ihm, nicht von unserer Umwelt oder uns selbst. Wie befreiend. Hier gibt kein unten und oben. Jeder Mensch ist Gott unendlich viel wert. Wir sind die Wertvollsten, die Aller-aller-wertvollsten für ihn. Wer seine Identität nicht mehr in seiner menschlichen Leistung, seiner weltlichen Herkunft oder seinem irdischen Besitz festmacht – wer seine Identität in Gott findet und von ihm immer mehr empfängt, der wird seinen eigenen unendlichen Wert immer mehr erfassen – und kann Gott von ganzem Herzen danken: Danke, dass du mich wunderbar gemacht hast. Und danke, dass du mich schon geliebt hast, bevor ich überhaupt entstanden bin. Du kennst mich durch und durch und für dich bin ich unendlich wertvoll. Danke.

Ich werde in dieser kommenden Woche versuchen, jeden Tag auf diese Weise Gott dafür zu danken, dass ich wunderbar gemacht bin. Und ich lade dich ein, mitzumachen. Und dann, wenn wieder einmal so ein fieser Gedanke über das eigene Versagen, über ein sich weniger wertvoll fühlen als…, über etwas, was in der Vergangenheit passierte und uns in unserem Wert herunterziehen will, an die Tür unserer Gedanken und unseres Herzens klopft, dann lass uns „Stopp“ rufen, „das ist eine Lüge“. Und dann die Wahrheit aussprechen: „Danke, Gott, dass ich wunderbar geschaffen bin.“ Machst du mit?

In dieser Woche bin ich außerdem dankbar für:

  • die Frühlingspracht (wie immer 🙂 ). Hier ein paar Schnappschüsse von einem Spaziergang mit Hund und dem ältesten Sohn. Im Park blühen die Apfelbäume. Die Bienenstöcke wurden rechtzeitig zum Mai wieder hergebracht. Und nun tummeln sich die Bienchen in den Apfelblüten und bestäuben, was das Zeug hält. Was für eine gute Idee.

     

  • für einen wunderschönen Gang mit Freundin N. und unseren beiden Hunden. Kontakt ist so wichtig für Mensch und Tier. Am Ende des Ganges beten wir dafür, dass N. trotz der widrigen Umstände einen Praktikumsplatz erhält. Der fest zugesagte Platz wurde abgesagt, weil die Abteilung, in die N. sollte, während der Beschränkungen quasi nicht besetzt ist. Dabei braucht N. die Stunden, um sie für die Ausbildung angerechnet zu bekommen. Heute morgen die Nachricht: eine andere Praktikantin ist abgesprungen und N. hat ihren Platz bekommen – einen guten Platz im selben Betrieb, zu denselben Bedingungen. Wunderbar. Danke, Vater im Himmel! Ich bin dankbar, dass wir miteinander reden und füreinander beten können.IMG_20200505_090735
  • für einen Abendspaziergang mit Freundin A. Durchs Naturschutzgebiet. Was für eine wunderbare Stimmung. Und wie wunderbar, dass wir unsere Eindrücke zu dieser seltsamen Zeit miteinander abgleichen konnten. Und dass wir zuletzt, kurz bevor wir wieder ins Auto stiegen, unter dem Sternenhimmel miteinander und füreinander beten konnten.

  • Dafür, dass einige Beschränkungen aufgehoben wurde. Ziemlich viele ja eigentlich. Und egal, was man nun von alledem halten mag: ich bin dankbar, dass die Spielplätze wieder für die Kinder zugänglich sind. Meine betrifft es nicht mehr ganz so dolle. Aber viele, viele Eltern atmen jetzt ein bisschen auf, und viele Kinder haben wieder mehr Bewegung und Spaß.IMG_20200504_213256
  • Dafür, dass heute trotzdem ein guter Tag war. Eigentlich wollten wir als heute zum ersten mal in diesem Jahr ins Meer. Die Mutigen vielleicht ganz, und die weniger Mutigen wenigstens bis zum Oberschenkel. Und ein wenig am Strand faulenzen und den Hund ungefähr 78mal einen Stock oder Stein im Wasser anzeigen lassen, auf dass er zu seinem Recht komme und müde werde. Doch in der Nacht überkam den ältesten Sohn Magendarm und der Jüngste hat sich gestern eine Zerrung vom Feinsten zugezogen. Nix mit Strand und Baden. Schade. Aber wir hatten es gut – und wir hatten Sonne. Und haben gerade ein wunderbares Abendessen miteinander gehabt – und der Älteste konnte auch wieder etwas Schonkostiges zu sich nehmen. Schön.
  • Dafür, dass ich wunderbar gemacht bin, von dir, Vater im Himmel. Dafür, dass du Freude hattest beim allerersten Gedanken über mich, der allerersten Idee über mein Sein. Und dass diese Freude sich nicht verändert hat und deine Liebe unabhängig ist von meinem Tun und meinem Lassen. Dafür, dass mein Wert bei dir feststeht, und meine Identität in dir liegt – und nicht bei mir. Danke, dass ich das immer mehr begreifen darf.

Wie jede Woche freue ich mich, wenn du mitmachst. Hier unten in den Kommentaren oder mit einem eigenen Artikel, den du gerne unten verlinken darfst. Wofür bist du in dieser Woche dankbar?

alle Photos: ©B.Peter

 

 

 

 

 

 

8 Gedanken zu “Dankbarkeit in Zeiten von Corona #8

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