Ein prall gefüllter Corona-Sommer endet nun. Zumindest, was den Norden betrifft. Unser Sommer verlief etwas anders als sonst so und anders als gewünscht. Wir leiden alle ein bisschen unter Frankreich-Entzug und hatten ein bisschen Pech mit dem Wetter in unserem Campingurlaub an der dänischen Nord- und Ostsee. Brrr… war das kalt und stürmisch. Wieder zuhause angekommen, wurde es endlich warm, und wir fuhren, wann immer es möglich war rüber nach Dänemark, dorthin, wo die Strände sicherlich um 80% weniger bevölkert waren als hier. Oft hatten wir eine Bucht ganz für uns alleine. Ja, irgendwie war der Sommer doch auch sehr schön. Und auch dieses Sabbatjahr, welches durch Corona auch wieder nicht wirklich eines war. So viele Vorhaben und Pläne wurden auf den Kopf gestellt. Was ich merken durfte: Gott kommt trotzdem zu seinem Ziel. Er versorgt uns in allen Lagen. Und dadurch, dass manches aus dem normalen Fluss gerät, merke ich das vielleicht sogar deutlicher. Wenn alles glatt geht, dann baue ich unbewusst oder bewusst doch mehr auf meine eigenen Fähigkeiten, meine Leistung, meine Sicherheiten. Da, wo diese ausgebootet werden, spüre ich Gottes Hand, die liebevoll mein Leben formt und begleitet.

Hier ein paar Eindrücke meines ganz anderen, aber dennoch prall gefüllten Sommers.

Es war der Sommer der Vögel. Auch wenn wir bisher jedes Jahr ein Nest im Garten hatten – dieses Jahr war besonders. Ein Rotkehlchennest im Gewächshäuschen direkt neben unserem Esstisch auf der Terrasse, und viele, viele Amselnester in der Hecke. Um uns herum ständig aufgeregte Vogelmütter und -väter mit Würmern im Schnabel, die versuchten, einen günstigen Augenblick zu erwischen, um an uns vorbei die Jungen zu füttern.

Besonderer Genuss: Besuch der Herzensfreundin, die aufgrund Krankheit und dem Tod einer nahestehenden Person so viele vorherige geplante Besuche absagen musste. Nach 1,5 Jahren endlich 1,5 Wochen Zeit zusammen. Einfach schön.

So viel Fülle – alleine diese Blumenpracht des Sommers.

Auch die Silberhochzeit hatten wir uns ganz anders vorgestellt. Sie fiel nun mitten in den Campingurlaub und wir feierten mit den Jungs in Arhus. Botanischer Garten und dann essen gehen. Dafür kann man mal etwas mehr ausgeben, hatten wir gedacht. Nicht in Arhus. Nicht mal zu Zweit hätten wir uns das geleistet. Wo wir gelandet sind: im Burgerrestaurant Carl’s. Die Jungs fanden das super. Und wir haben mega viel gelacht und lustige Photos gemacht. Als wir zurückkamen, hatten uns die Freund, mit denen wir Urlaub gemacht haben, ein bisschen Silberschmuck gemacht und uns mit einem Fläschchen Wein bedacht. Ein schöner Tag.

Dann kam noch der Sommer. Und die Jungs waren gefühlt den ganzen Tag im Wasser. Ich habe das Rückenkraulen für mich entdeckt und die Technik fleißig einstudiert. Jetzt fehlt es mir…

An wen erinnert dich diese schicke Frisur? Ja genau…!

Darf ich vorstellen? Hier sehen Sie Unterwasserhasen. Und Photobomben-Fische. Diese possierlichen Kerlchen haben sich tatsächlich immer ganz schnell dorthin begeben, wo man mit der Handykamera stand. Sie haben ein natürliches Gespür für die ihnen eigene Fotogenität.

Am letzten von 5 Fastentagen mit nackten Füßen auf der regennassen Terrasse, eine Tasse mit heißem Wasser neben mir. Atmen. Nach dem Fasten beende ich das Sabbatjahr und gehe in meinen neuen Alltag. Die weiße Narbe auf dem rechten Fuß ist keine Schusswunde. Es ist ein Überbleibsel eines Bisses der einzigen Giftschlange in unseren Breitengraden im Alter von 12 Jahren. Daran wäre ich beinahe gestorben, weil sich die Wunde, die ich für einen Mückenstich hielt, entzündete. Ich fuhr auf Klassenfahrt, radelte eine Radtour immer vorneweg, legte mich ins Bett und wachte nicht mehr auf (mehr als ungewöhnlich für mich). Wachte erst beim Arzt wieder auf und hatte einen klaffende 5D-Mark großen Krater im Fuß. Glück gehabt, sagte der Arzt, das war knapp. Inzwischen ist die Narbe auf 20Cent Größe geschrumpft. Daneben keine Giftschlange, sondern eine Ringelnatter, die ich auf dem Hundegang letzte Woche am Strand entdeckt habe. Hübsches Tierchen.

4 Gedanken zu “Mein Coronasommer: von durchkreuzten Plänen, Schlangen und Unterwasserhasen, und letztlich ganz viel Fülle

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