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„Abba, lieber Vater im Himmel, ich habe so großen Hunger. Direkt vor mir, nur ein paar kleine Schritte würden genügen, steht ein riesengroßes Buffet mit den leckersten Speisen. Nur ein paar kleine Schritte, und ich könnte mir nehmen und nehmen und nehmen… Und essen und essen und essen… Und meinen Hunger stillen.

Und du würdest bei mir sein und lachen, mir zunicken und mich ermuntern: „Nimm, iss soviel du willst, es ist mehr als genug da. Die ganze Fülle gehört mir, und ich gebe dir, was du brauchst und mehr.“

Doch so oft bleibe ich stehen. Nur ein paar kleine Schritte entfernt verharre ich, und klaube mir ein paar dreckige Krumen vom Boden und stopfe sie mir in den Mund. Ich werde davon nicht satt, ich ich klaube mehr von diesen Krumen, immer mehr, bis zur Erschöpfung. Und ich werde nicht satt.

Manchmal mache ich mich auf den Weg. Nicht in Richtung Buffet, sondern ein paar kleine Schritte hin zum Müll. Dort nehme ich zu mir den Müll anderer Menschen. Ich esse mit einem unguten Gefühl und doch hungrig das, was mir in die Finger kommt. Ein schaler, fauler Geschmack legt sich auf meine Zunge. Und manches mal ist dieser Müll schon verdorben und vergiftet mich innerlich.

Warum nur nehme ich die schritte zum Müll in Kauf, während mir die Schritte zu deinem Buffet unmöglich erscheinen?

Ich verstehe mich selbst nicht und ich habe Hunger. So großen Hunger.

Und dann, endlich kommt Veränderung.

Du kommst mir entgegen. Nur einen kleinen Schritt von mir entfernt bleibst du stehen und streckst mir deine Hand entgegen.

Du lächelst mich an. Liebevoll und freundlich sind deine Augen.

„Komm, mein Kind. Es ist alles bereit. Komm in meine Fülle und iss dich satt.“

Ich will zu dir, an deinen Tisch. Ich strecke meine Hand aus und lege sie in deine Hand.

Warm und sanft hältst du mich. Und ich wage einen Schritt, und dann bin ich schon da. An deinem Tisch der Fülle.

Und ich nehme, und esse, und schmecke deine Freundlichkeit.

Köstlich schmeckt, was von dir kommt.

Und endlich wird mein hunger gestillt.

Und ich greife zu und greife zu, und genieße. Begreife die Fülle, die von dir kommt.

Die Fülle, die du bist.

Endlich bin ich satt.

09.09.2020 B. Peter

Bibelverse:

Jesaja 55, 1-3a

Der Herr ruft: »Ihr habt Durst? Kommt her, hier gibt es Wasser! Auch wer kein Geld hat, kann kommen. Nehmt euch Brot und esst! Hierher! Hier gibt es Wein u­nd Milch. Bedient euch, es kostet nichts! Warum gebt ihr euer sauer verdientes Geld aus für Brot, das nichts taugt, und für Nahrung, die euch nicht sättigt? Hört doch auf mich und tut, was ich sage, dann habt ihr es gut! Ihr dürft köstliche Speisen genießen und euch daran satt essen.
Hört mir zu und kommt her! Ja, nehmt meine Worte an, dann werdet ihr leben!

Johannes 6, 35

»Ich bin das Brot des Lebens«, sagte Jesus zu ihnen. »Wer zu mir kommt, wird niemals wieder hungrig sein, und wer an mich glaubt, wird nie wieder Durst haben.

Psalm 107, 9

Denn er versorgt die Durstigen und gibt den Hungrigen reichlich zu essen.

Offenbarung 3,20

„Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand mich rufen hört und die Tür öffnet, werde ich eintreten, und wir werden miteinander essen.“

2 Gedanken zu “Nur ein paar kleine Schritte – oder: Verhungern vorm Buffet

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