Genau heute vor vierzehn Jahren, es muss so gegen 19 Uhr gewesen sein, befand ich mich mit Mann und Hund auf einem kleinen Spaziergang im nahegelegenen Wäldchen. Der Weg war wirklich nicht weit und unser Tempo voll ok. Trotzdem kam ich nicht umhin, die heftigen Seitenstiche wahrzunehmen, die mich nach der Hälfte des Weges plötzlich piesackten. „Boah, ich habe plötzlich total heftige Seitenstiche!“, empörte ich mich. „Wo kommen die denn jetzt auf einmal her?“ Und irgendwann, so nach der dritten oder vierten heftigen Seitenstichattacke: “ Das wird jetzt so heftig, ich muss mal kurz stehenbleiben.“ So wanderten wir langsam und mit Pausen wieder in Richtung unseres Hauses, denn mit solchen Seitenstichen macht ja der schönste Spaziergang keinen Sinn. Voll störend, das Ganze, denn wir hatten uns doch einen schönen strammen Gang vorgenommen und verfolgten damit ein Ziel. Bald kam unsere Straße in Sicht, und ca. hundert Meter von unserem Haus entfernt (ich pausierte gerade umständehalber wieder einmal), traf mich eine völlig unerwartete Erkenntnis: „Sag mal, meinst du, das könnten Wehen sein? Also die Seitenstiche?“ Wir sahen uns an und mussten sehr lachen, was gerade auch nicht ganz angenehm auf meine Leibesmitte einwirkte. Da hatten wir wohl nicht nur ein Brett, sondern einen ziemlich massiven Zaun vorm Kopf gehabt. Das Baby in meinem Bauch war schon über eine Woche überfällig, und damit nicht eingeleitet werden musste, und ich meine gewünschte natürlich Geburt im Geburtshaus haben konnte, hatte ich todesmutig auf Anraten der Hebamme zum Mittag ein Spiegelei in Rizinusöl gebraten gegessen. Es hatte überhaupt keine Wirkung erzielt. Echt nicht! Schien bei mir nicht zu wirken. Gegen 21 Uhr sollten wir uns bei der Hebamme melden, und wenn nichts weiter geschehen würde, müsste ich dann in den sauren Apfel beissen und im Krankenhaus vorstellig werden. Um ein bisschen Schwung in die Sache zu bringen, waren wir dann nochmal kurz auf den Spaziergang aufgebrochen…

Also, Wehen… ehrlich gesagt, die habe ich mir ganz anders vorgestellt. Viel schlimmer und existentieller, und mit mehr Wumms. Nun gut, die Seitenstiche entpuppten sich tatsächlich als Wehen und wir machten uns noch kurz ein „Pausenbrot“ fürs Geburtshaus fertig, schnappten die seit Tagen gepackte Tasche und fuhren los. Und kein zwei Stunden später war er da: der große Sohn.

Kurz nach der Geburt flüsterte mir mein Mann ins Ohr: „Das ist das Schönste, was wir bisher gemacht haben.“ Und da musste ich ihm zustimmen. Manchmal fängt etwas sehr Großes halt mit etwas sehr Kleinem wie lästigen „Seitenstichen“ an.

Heute feiern wir vierzehnten Geburtstag. Von einem sehr besonderen jungen Mann.

Photo: B. Peter

16 Gedanken zu “Heute vor 14 Jahren: heftige Seitenstiche… !

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