Der heutige Gastbeitrag kommt von Malte. Zusammen mit seiner Frau Jessica kam er vor ca. sieben Jahren in unsere Gemeinde, und die beiden ließen sich bald darauf taufen. Malte ist ein zuvorkommender, freundlicher und verbindlicher Mensch. Umso überraschender ist es, wenn man entdeckt, dass er über einen wunderbar schrägen und trockenen Humor verfügt. Mich hat er damit schon oft zum Lachen gebracht. Auch Malte hat an meinem Kurs „Gottes Stimme hören lernen“ teilgenommen. Dass er vorher schon einige Erfahrungen in diesem Bereich hatte, wusste ich. Aber er wollte mehr. Und ich habe gestaunt, wie stark und persönlich die Erfahrungen von Malte in dieser Zeit waren. Er sucht die Beziehung zu Jesus mit ganzem Herzen. Malte hat eine positive Lebenseinstellung, die man ihm immer wieder abspürt, auch in seinem Artikel. Los geht’s:

Photo by Simon Berger on Unsplash

Nun der nächste „Lockdown“! Wieder wird das gesellschaftliche Leben hart runtergefahren. Dabei hatten wir uns doch gerade wieder an ein „bisschen“ mehr Freiheit gewöhnt und unse-re Hoffnung darauf gebaut, dass die Beschränkungen durch einen „Lockdown-Light“ ausreichen werden. Daraus wird nun erstmal nichts. Unsere Sorgen und Ängste sind wieder voll da. Wirtschaftliche und persönliche Existenzen stehen auf dem Spiel. Werden wir einen neuen „Lockdown“ überstehen, und wenn ja, wie? Viele Menschen sind an Ihrer persönlichen Grenze der Leistungsfähigkeit angekommen. Was kann nun helfen? Eine Anpassung der Maßnahmen? Eine Impfung im nächsten Jahr? Viele Möglichkeiten werden aktuell diskutiert. Wie wäre es, mit der Möglichkeit den Blick zu wechseln? Im Moment schauen viele verstärkt darauf, was die „Corona-Krise“ alles an Entbehrungen gebracht hat. Und das ist bei alledem auch unvermeidbar. Die Pandemie und ihre Folgen hat sich nun wirklich niemand gewünscht. Aber was passiert, wenn ich mal darauf schaue, ob es vielleicht auch positive Effekte gegeben hat? Einen Effekt habe ich besonders stark erlebt: „Einschränkungen schaffen Freiheiten.“ Das klingt erstmal paradox. Aber von Menschen in meinem Bekanntenkreis höre ich, wieviel Freizeit auf einmal zur Verfügung steht, weil z.B. Termine ausfallen oder man Zeit spart, weil der Arbeitsweg durch die Arbeit im Home Office wegfällt. In gewisser Weise war eine Ent-schleunigung durch die Einschränkungen auch tatsächlich positiv spürbar. Auch wenn die Neuorganisation des Alltages, für alle eine enorme Herausforderung war… Ja, in dieser Situation den Blick zu wechseln, kann wirklich helfen. Ich lenke meinen Blick weg von den Dingen, welche gerade alle nicht möglich sind, und versuche auf die positiven Nebeneffekte zu blicken. Manchmal sind diese schwer zu finden, aber es gibt sie! Probiere es einfach mal aus! Trotzdem machen uns die Beschränkungen zum Teil große Sorgen. Viele alltägliche Abläufe, Begegnungen und auch materielle Wünsche, welche uns so vertraut und wichtig sind, können nicht umgesetzt werden. Wir spüren, wie unser Fundament, welches auf vielen von diesen Beispielen gegründet ist, anfängt zu wackeln. Wo und wie können wir nun Halt finden? Die Antwort liegt ganz nahe vor uns, und ist doch manchmal für uns ganz weit weg: Hilfe finden wir im Evangelium. Es beginnt damit, dass Gott als Mensch zu Welt kommt, und mitten unter uns ist und es endet mit dem Geschehen am Kreuz. Dieses Geschehen ist übrigens auch ein Paradoxon. Am Kreuz wird durch den Tod ewiges Leben geschaffen. Fast ein bisschen wie in der Pandemie, wo durch „Einschränkung der Freiheit“ an anderer Stelle neue Freiheiten entstehen. Das Evangelium möchte, dass wir Jesus und sein Wort in den Blick nehmen. Auf sein Wort sollen wir unser Fundament bauen. Alle anderen Fundamente gründen am Ende auf Sand, und sind daher kein Untergrund, der ewig trägt. Die Worte von Jesus tragen und helfen mir durch diese Tage der Ungewissheit. Wann wird die Pandemie enden? Wann werden wir wieder ein „normales“ Leben führen? Und was wird „normal“ zukünftig bedeuten? Vielleicht geht es uns gerade so, wie einem der Hirten auf dem Feld in der Weihnachtsgeschichte. Es ist dunkel und kalt. Ich habe Sorgen, mich plagt Ungewissheit, ich fühle mich einsam. Und dann erscheint ein Engel und spricht eine der Kernaussagen des Evangeliums: „Fürchtet Euch nicht“. Und plötzlich kommt Licht in die Dunkelheit. Jesus spricht in der Bibel an vielen Stellen direkt in unseren Alltag, weil er unsere Sorgen kennt. Er sagt von sich selber, dass er „Alpha und Omega, Anfang und Ende“ ist. Jesus ist derjenige, welcher uns und die Welt in seinen Händen hält. Wenn wir Jesus immer im Fokus behalten, kann uns gar niemand die Hoffnung auf bessere Zeiten nehmen. Mit Jesus an unserer Seite, werden wir es durch diese Krise schaffen. Davon bin ich fest überzeugt. Und wenn sich in diesen Tagen bei mir Zweifel auftun, und ich nicht so recht weiter weiß, dann mache ich mich in Gedanken schon mal auf den Weg. Auf den Weg zur Krippe. Denn die frohe Botschaft, welche die Hirten hörten, gilt heute auch für mich: „Fürchtet Euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr!“ (Lk 2)

Bei allem Geschehen kann ich Gott für vieles dankbar sein. Ich bin dankbar für meine Fami-lie, welche in dieser schwierigen Zeit fest zusammengehalten hat. Ich bin dankbar, für die geschenkte Zeit, und auch für manche Veränderung. Ich danke Gott dafür, dass ich seine An-wesenheit über die letzten Monate intensiver wahrnehmen durfte und dadurch viel Hoffnung und Zuversicht für die Zukunft schöpfen konnte.

Meine Name ist Malte Nehlsen, ich bin verheiratet und lebe in Flensburg. Seit 2014 bin ich Mitglied der Baptistengemeinde Flensburg.

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