copyright: B.Peter

Momente, in denen wir uns vollkommen frei fühlen, sind oft Momente voller Glück. Ohne Zwänge und Sorgen leben wir für einen kurzen Augenblick im Hier und Jetzt. In der Sekunde, in der wir unser Glück und unser Gefühl der Freiheit wahrnehmen, verfliegt es bereits wieder. Schon fangen wir an, uns danach zu sehnen, dass dieser Moment länger andauern, dass er nie vergehen möge. So richtig frei sind wir doch eigentlich nie. Das Alltagsleben ist behaftet mit Zwängen. Jede kleine Freiheit, die wir uns erarbeiten und erkaufen, bindet uns an anderer Stelle. Freiheit ist nicht abhängig von Geld oder Stand, auch wenn wir es oft glauben. Freiheit ist auch nur bedingt in Unabhängigkeit zu finden. Unabhängigkeit kann Freiheit ermöglichen, doch sie erschwert auch Bindung und Gemeinschaft. Und paradoxerweise liegt auch in Bindung und Beziehung Freiheit zu, nur eben eine andere Art davon.

In meinem Streben nach Unabhängigkeit, nach Freiheit von Zwängen und Regeln, welches in meiner Natur liegt, muss ich feststellen, dass dieser Zustand nicht erreichbar ist. Dass Unabhängigkeit von Menschen und Gegebenheiten andere Zwänge und Gebundenheiten in sich birgt. Ich muss mich entscheiden, welche Art der Freiheit mit den mit ihr verbundenen Verbindlichkeiten und Bindungen ich leben will.

Echte Freiheit finde ich, wenn ich mich in vollkommene Abhängigkeit zu Jesus und meinem himmlischen Vater begebe. Wenn ich wahrhaft vertraue, dass er mich versorgt, leitet und freisetzt für das Leben, für das er mich geschaffen hat. Dass diese Abhängigkeit Freiheit bedeutet, muss ich erst lernen, Schritt für Schritt. Lernen im Augenblick zu leben. Lernen nicht zu sorgen. Lernen alles von Gott zu erwarten. Lernen zu warten. Lernen die Dinge nicht in die eigenen Hände zu nehmen. Lernen das Leben mit seinen jetzigen Gegebenheiten zu feiern. Lernen sich nicht selbst in das Gefängnis von vermeintlichen Freiheiten zu begeben.

Das Paradoxon von absoluter Abhängigkeit zu meinem Schöpfer, aus dem absolute Freiheit resultiert, lerne ich als ein Geheimnis anzunehmen, das ich jeden Tag neu entdecke und neu als wahr erkenne. Mit anderen Worten: Ich lerne es (und bin noch ganz am Anfang) jeden Tag neu in die Augen Jesu zu schauen und seine Liebe zu empfangen. Jeden Tag neu zu fragen: was willst du heute für mich und mit mir? Jeden Tag neu mit leeren Händen vor ihn kommen und Brot und Wein und Kraft und Liebe aus seiner Hand zu nehmen. Jeden Tag neu seine ausgestreckte Hand zu fassen und mit ihm durch den Tag zu gehen.

6 Gedanken zu “Freiheit

  1. Danke für diesen Beitrag, geliebte Bettina in CHRISTI, nachdem ich deine letzten Beiträge unkommentiert gelassen habe, nicht ´mal gelikt habe ich sie, aber gelesen :-), versuche ich es heute als >Frau der vielen Worte<, zu der mich GOTT gemacht hat :-), mich für meine Verhältnisse so kurz wie möglich zu fassen: Freiheit, Sicherheit, Gehorsam = Wer wir in GOTT sind: 1. Petrus 2,16 +17 und die Bedrohung durch Irrlehren: 2. Petrus 2, vor allem Vers 19; u.a. geht es darum, mit unserer Freiheit, die wir in CHRISTUS haben, behutsam umzugehen und aufeinander Rücksicht zu nehmen: 1. Korinther 8,9. – Wo ist die Freiheit?: 2. Korinther 3,17; es geht um das Gesetz GOTTES, das uns frei macht: Jakobus 1,25 + 2,12; dort geht es um Glaube, Ausdauer, zuhören, handeln und der Warnung vor Vorurteilen. – Freiheit durch und in CHRISTUS: Galater 5,1 + Römer 6,18 + 8,2; somit geht es auch um Gehorsam, ein Wort, das mitunter vielleicht eher abschreckt; jedenfalls war das bei mir lange Zeit der Fall :-), und ich denke, dass es viele Menschen betrifft, vor allem diejenigen, die vielleicht schon früh in ihrem Leben und massiv unter zwanghaft gefordertem Gehorsam ohne jede Liebe durch andere Menschen gelitten haben und deren Persönlichkeitsentwicklung großen Schaden genommen hat; umso mehr gilt meiner Erfahrung nach: statt im Gehorsam an menschliche und staatliche Gesetze zu leben, ohne sie nach GOTTES Wort zu hinterfragen und sich ihnen ggf. entgegen zu stellen, was Gott-sei-Dank ja immer wieder Menschen sogar unter Hingabe ihres Lebens machen und gemacht haben, wie z.B. der Theologe und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer und was auch heute noch im Sinne Gottes ist und direkt in den Gehorsam gegenüber der Gnade Gottes mündet, geht es darum, die eigene Gottes-Identität und Freiheit im Gehorsam SEINER Gesetze zu finden und damit bedingungslose Liebe, Vertrauen und Schutz in GOTT, ohne die Menschen zu fürchten, siehe Sprüche 29,25 und Gerechtigkeit, Frieden, Ruhe und Sicherheit einkehren zu lassen, siehe Jesaja 32,15-17. Denn was die Welt ohne GOTT gibt, ist und bleibt ein trügerisches Unterfangen. Als ergänzend wichtig erachte ich, als räumlich bewusst Alleinlebende, den jeweils persönlichen Gottesweg mit anderen Menschen zu teilen, sich mit ihnen auszutauschen und somit in geistlicher Gemeinschaft zu leben und auch in der persönlichen (Geschwister-)Begegnung zu wachsen; das alles bedeutet für mich, frei zu sein, Freiheit zu leben: So viel Zeit, wie irgend möglich, mit Begegnung und Austausch mit anderen Menschen, mit Gebet und dem Sinnen über GOTTES Wort zu verbringen, zusammengefasst: mich in der Anbetung (= Nähe zu CHRISTUS) in allen Lebensbereichen sozusagen als Lebens-Stil zu üben. DANKE für alles, großer, herrlicher, dreiein(ig)er GOTT!!! Innig-herzliche Grüße und ein gesegnetes Pfingstfest wünscht euch Marlies. – P.S. Nun ist das wieder nix geworden mit der Kürze, und ich setze noch ´ne Info oben d´rauf :-): Wer Worship-Songs mag, dem seien hier die 3 Lieder Perfekte Liebe, Sicherheit und DU regierst von Amelie Himmelreich empfohlen (youtube).

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  2. Danke für diesen inspirierenden Beitrag!
    Der Jesuit Karl Rahner SJ hat dieses Paradoxon auch einmal sinngemäss formuliert: Meine Freiheit steigt in dem Masse, wie ich meine völlige Abhängigkeit von Gott erkennen und anerkenne.
    Das ist fast so etwas wie ein christlicher Koan 😉 Es gibt nur eine Beziehungsform, in der sich dieses Paradoxon auflöst: die Liebe.
    Liebe Grüsse und schöne Pfingsten! Beat

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